Offene Bücher und Bleistift auf einem Schreibtisch in einer Bibliothek

Wissen, das Einfluss hat.

Diese sechs Säulen betreffen jede von uns, egal wie unser Leben aussieht.

Zu deiner Lebenslage ↓

Mehr Tipps aus der Praxis teilen wir laufend auf Instagram und LinkedIn, bald auch im Podcast. Ausführlichere Formate sind in Arbeit.

Wissen nach Lebenslage

Die meisten Fragen betreffen mehrere Säulen gleichzeitig. Wer ein Kind bekommt, braucht Antworten zu Recht, Steuern und Rente. Ausgewählt haben wir die Lebenslagen nach amtlichen Statistiken und großen Studien, die Quellen stehen bei jeder Säule. Die Antworten gelten vorerst für Deutschland, weitere Länder kommen nach und nach dazu. Die Fragen sind in anderen Ländern oft dieselben, so weißt du zumindest, was du vor Ort klären solltest.

Du bist angestellt

Du arbeitest in Teilzeit

Du bekommst ein Kind

Du wechselst den Job

Du machst dich selbstständig

  • Gründung: Idee prüfen, Preise, Geld für den Start
  • Recht: Rechtsform, Haftung
  • Steuern: Anmeldung, Kleinunternehmerregelung

Du bist selbstständig

Du führst ein Unternehmen

Du legst Geld an

Ihr seid ein Paar

Ihr trennt euch

Du erbst

Du bist über 50

Du wirst länger krank

Du willst sichtbarer werden

Du nutzt KI

Die sechs Säulen

Künstliche Intelligenz

Wie du mit KI anfängst, schneller lernst und arbeitest und ihre Antworten prüfst.

Zur Säule

Du fängst an

Für den Einstieg brauchst du weder Vorwissen noch ein Abo. Am meisten lernst du, wenn du KI für etwas nutzt, das du ohnehin gerade erledigen musst.

Wofür kann ich KI im Alltag nutzen?

Für fast alles, wofür du sonst schreiben, suchen oder lange nachdenken würdest. Lass dir einen Brief vom Amt in einfachen Worten erklären, eine schwierige Mail entwerfen, eine Reise planen oder dich auf ein wichtiges Gespräch vorbereiten. Je konkreter dein Anlass ist, desto mehr bringt dir die Antwort.

Welches Tool soll ich nehmen?

Für den Alltag reichen die bekannten Chatbots wie ChatGPT, Gemini, Copilot oder Claude. Sie werden laufend weiterentwickelt, und welches gerade vorne liegt, ändert sich ständig. Nimm eines und bleib eine Weile dabei, denn du lernst mehr, wenn du ein Tool gut kennst.

Brauche ich die Bezahlversion?

Für den Anfang nicht. Lohnen kann sie sich, wenn du an die Grenzen der kostenlosen Version stößt, etwa bei der Zahl der Anfragen oder bei großen Dateien, oder wenn du KI täglich im Job nutzt.

Wie frage ich so, dass die Antwort brauchbar wird?

Beschreib deine Aufgabe so, wie du sie einer neuen Kollegin erklären würdest: was du brauchst, wofür und in welcher Form. Passt die Antwort nicht, sag der KI, was dir fehlt, statt neu anzufangen. Gute Ergebnisse entstehen meistens erst im zweiten oder dritten Schritt.

Was gebe ich besser nicht ein?

Passwörter, Kontodaten, Ausweisnummern, Gesundheitsdaten und Daten anderer Menschen. Bei vielen kostenlosen Versionen dürfen deine Eingaben zum Training genutzt werden, solange du das nicht in den Einstellungen abschaltest.

Was du jetzt tun kannst

  1. Nimm eine Aufgabe, die diese Woche ohnehin ansteht, und lass dir von einer KI dabei helfen.
  2. Passt die erste Antwort nicht, sag der KI, was fehlt, und frag nach.
  3. Schau in den Einstellungen nach, ob deine Eingaben zum Training genutzt werden, und schalt das ab.

Du lernst mit KI

Mit KI verstehst du ein neues Thema in Minuten, ob Steuerbescheid, Mietvertrag oder Fachbegriff im Job. Ob das Wissen bleibt, hängt davon ab, wie du sie einsetzt.

Wie lerne ich mit KI ein neues Thema?

Lass dir das Thema zuerst in einfachen Worten erklären und frag nach, bis du es mit eigenen Worten wiedergeben kannst. Bitte die KI dann, dich abzufragen, und lass dir erklären, was du falsch hattest.

Lerne ich wirklich etwas, wenn die KI die Lösung liefert?

Oft nicht. In einer großen Studie schnitten Schülerinnen und Schüler, die mit einem gewöhnlichen KI-Chat geübt hatten, in der Prüfung ohne KI schlechter ab als die Vergleichsgruppe. Wer mit einer KI übte, die nur Hinweise gab, hatte diesen Nachteil nicht. Bitte die KI deshalb um Hinweise und Rückfragen statt um die fertige Lösung.

Kann ich mit KI auch Gespräche üben?

Ja, darin ist sie besonders stark. Lass die KI die Rolle deiner Chefin, einer Kundin oder einer Jury übernehmen und üb dein Gehaltsgespräch, deine Präsentation oder deine Antwort auf schwierige Fragen, so oft du willst. Worauf du bei ihren Rückmeldungen achten solltest, steht unter Auftreten.

Was du jetzt tun kannst

  1. Lass dir ein Thema erklären, das dich gerade beschäftigt, und frag nach, bis du es selbst erklären kannst.
  2. Bitte die KI, dich abzufragen, und lass dir Hinweise statt Lösungen geben.
  3. Üb ein Gespräch, das bald ansteht, im Rollenspiel.

Du prüfst, was die KI sagt

KI-Antworten klingen immer überzeugend, auch wenn sie falsch sind. Mit ein paar Handgriffen erkennst du, worauf du dich verlassen kannst.

Warum erfindet KI Dinge, die nicht stimmen?

Ein Sprachmodell berechnet, welches Wort wahrscheinlich als Nächstes kommt. Ob etwas wahr ist, weiß es nicht, deshalb klingt eine falsche Antwort genauso sicher wie eine richtige. Auch neue Modelle machen solche Fehler, vor allem bei Zahlen, Daten, Personen und Fachfragen.

Kann ich mich auf die Quelle verlassen, die die KI angibt?

Nicht ohne Weiteres. Tests haben immer wieder gezeigt, dass KI-Suchen Quellen falsch zuordnen oder Links erfinden. Öffne die Quelle deshalb selbst und lies nach, ob dort wirklich steht, was die KI behauptet.

Wie sucht eine KI ihre Quellen aus?

Sie fasst zusammen, was sie im Netz gut findet. Oben steht deshalb oft das Sichtbarste und nicht das Fachlichste, manchmal auch Werbung. Bei Recht, Steuern, Geld und Gesundheit lohnt sich der Blick auf die Seiten von Behörden, Verbraucherzentralen und Fachleuten.

Woran erkenne ich, ob eine Antwort aktuell ist?

Frag die KI, auf welchem Stand ihr Wissen ist und ob sie für die Antwort im Netz gesucht hat. Gesetze, Preise und Fristen ändern sich laufend, und ein Modell kennt nur, was bis zu seinem Trainingsstand oder in seiner letzten Suche vorkam.

Was du jetzt tun kannst

  1. Öffne bei jeder wichtigen Antwort die angegebene Quelle und lies die Stelle selbst.
  2. Schau, wer hinter der Quelle steht: eine Behörde, ein Fachmedium, ein Forum oder eine Werbeseite.
  3. Frag nach, auf welchem Stand die Antwort ist, und prüf Zahlen, Daten und Aussagen über Personen besonders genau.

Du nutzt KI im Job

Im Job spart KI vor allem bei Texten, Recherchen, Zusammenfassungen und Auswertungen Zeit. Wichtig ist, welche Tools und welche Daten erlaubt sind.

Darf ich KI einfach bei der Arbeit nutzen?

Das entscheidet deine Arbeitgeberin. Gibt es Regeln, gelten sie. Gibt es keine, frag nach, bevor du Firmendaten eingibst, und schlag vor, gemeinsam welche aufzustellen.

Was ist Schatten-KI, und ist das ein Problem?

Schatten-KI heißt, dass du Tools nutzt, die dein Arbeitgeber nicht bereitgestellt hat, zum Beispiel dein privates Konto. Das betrifft fast jede dritte KI-Nutzerin im Job (Institut der deutschen Wirtschaft, 2026). Zum Problem wird es, wenn Kundendaten, Personaldaten oder Geschäftsgeheimnisse in ein Tool geraten, das niemand im Unternehmen geprüft hat.

Welche Daten gehören nicht in ein KI-Tool?

Namen, Kontaktdaten und Gesundheitsdaten anderer Menschen, vertrauliche Firmeninformationen und alles, was unter eine Schweigepflicht fällt. Ohne Vertrag mit dem Anbieter über die Datenverarbeitung darf dein Unternehmen personenbezogene Daten in der Regel nicht in ein solches Tool geben.

Muss mein Arbeitgeber mich schulen?

Unternehmen, die KI einsetzen, müssen nach der europäischen KI-Verordnung Maßnahmen ergreifen, die die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten fördern. Seit Ende Juli 2026 ist dabei kein bestimmtes Niveau für jede Person mehr vorgeschrieben. Eine Schulung anzusprechen lohnt sich trotzdem, denn viele Unternehmen bieten noch keine an.

Was du jetzt tun kannst

  1. Frag deine Führungskraft oder die IT, ob es Regeln und freigegebene Tools gibt.
  2. Gib keine Kunden- oder Personaldaten und keine vertraulichen Informationen in private KI-Konten ein.
  3. Sprich eine Schulung zu KI an.

Dein Job verändert sich durch KI

Bei den meisten verändert KI einzelne Aufgaben und nicht den ganzen Beruf. Wer früh mitmacht, bestimmt mit, welche das sind.

Wird KI meinen Job ersetzen?

Als Ganzes meistens nicht. Was sich auf dem Arbeitsmarkt zeigt, ist vor allem eine Verschiebung der Aufgaben: Routine wird schneller erledigt, Urteil, Beziehungen und Verantwortung werden wichtiger.

Lohnt es sich für mich, mit KI umgehen zu lernen?

Ja. In vielen Branchen zahlen Arbeitgeber in Deutschland deutlich mehr, wenn eine Stelle KI-Kenntnisse verlangt. Gesucht werden dabei vor allem Menschen, die KI in ihrem Fach anwenden: 2025 kamen in Stellenanzeigen auf eine Stelle für KI-Entwicklung rund sieben, in denen KI angewendet wird (PwC, 2026).

Was heißt das für mich konkret?

Schau dir an, welche deiner Aufgaben Routine sind und welche Urteil, Beziehungen oder Verantwortung brauchen. Bei der Routine nimmt dir KI Arbeit ab, beim Rest hilft sie dir, schneller und besser vorbereitet zu sein. KI schafft auch neue Aufgaben, denn jemand muss sie planen, anleiten und kontrollieren.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schreib deine Aufgaben auf und markier, welche Routine sind und welche Urteil oder Beziehungen brauchen.
  2. Probier bei einer Routineaufgabe aus, wie viel KI dir abnimmt.
  3. Frag deinen Arbeitgeber nach einer Weiterbildung zu KI.

Du setzt KI im eigenen Unternehmen ein

Setzt du KI im eigenen Unternehmen ein, kommen Pflichten bei Kennzeichnung, Rechten und Datenschutz dazu.

Muss ich KI-Inhalte kennzeichnen?

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der europäischen KI-Verordnung, sie wurden nicht verschoben. Veröffentlichst du echt wirkende Bilder, Videos oder Tonaufnahmen von realen Personen oder Orten, musst du offenlegen, dass sie künstlich erzeugt sind. Setzt du einen Chatbot ein, müssen die Menschen erfahren, dass sie mit einer KI sprechen.

Gehören mir Texte und Bilder, die ich mit KI erstellt habe?

Nicht automatisch. Das Amtsgericht München hat im Februar 2026 entschieden, dass ein rein mit KI erzeugtes Logo nicht urheberrechtlich geschützt ist, auch nicht bei sehr genauen Vorgaben. Dein eigener kreativer Anteil muss klar überwiegen, sonst darf jede andere das Logo auch verwenden.

Was muss ich beim Datenschutz beachten?

Gibst du Daten von Kundinnen oder Mitarbeitenden in ein KI-Tool, brauchst du in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter. Außerdem gehört das Tool in deine Datenschutzerklärung.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüf, wo du KI-Bilder, KI-Videos oder Chatbots einsetzt, und kennzeichne sie.
  2. Schließ mit jedem KI-Anbieter, der Personendaten verarbeitet, einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
  3. Verlass dich für Logo und Markenauftritt nicht allein auf KI, wenn du die Rechte daran brauchst.

Du willst dich vor Deepfakes und Betrug schützen

Deepfakes treffen vor allem Frauen. Rechtlich ist gerade viel in Bewegung.

Was sind Deepfakes?

Deepfakes sind mit KI erzeugte oder veränderte Bilder, Videos oder Stimmen, die echt wirken. Den größten Teil machen sexualisierte Fälschungen aus, und fast immer zeigen sie Frauen.

Ist ein sexualisierter Deepfake von mir strafbar?

Schon heute können dein Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild greifen. Eine klare Strafnorm fehlt aber noch. Das Bundeskabinett hat am 7. Oktober 2026 ein Gesetz gegen digitale Gewalt beschlossen, danach soll schon das Herstellen sexualisierter Deepfakes strafbar sein. Jetzt beraten Bundesrat und Bundestag, in Kraft ist es noch nicht.

Wie funktioniert Betrug mit einer geklonten Stimme?

Betrüger ahmen mit KI die Stimme von Angehörigen nach und täuschen am Telefon einen Notfall vor. Dafür reichen wenige Aufnahmen, etwa aus Social Media. Am Klang erkennst du die Fälschung kaum.

Wer hilft mir, wenn es mich trifft?

HateAid berät Betroffene digitaler Gewalt und übernimmt unter Umständen Prozesskosten. Sichere Beweise mit Datum und Link, bevor Inhalte gelöscht werden, und erstatte Anzeige.

Was du jetzt tun kannst

  1. Vereinbar mit deiner Familie ein Codewort für Notfallanrufe.
  2. Leg bei verdächtigen Anrufen auf und ruf unter der Nummer zurück, die du kennst.
  3. Sichere im Ernstfall Screenshots mit Datum und Link, erstatte Anzeige und melde dich bei HateAid.

Steuern

Was du absetzen kannst, welche Steuerklasse passt und was als Selbstständige auf dich zukommt.

Zur Säule

Du bist angestellt

2022 wurden rund 11,6 Millionen Angestellte nicht zur Einkommensteuer veranlagt, mehr als zwei von fünf (Statistisches Bundesamt, 2026). Viele müssten keine Steuererklärung abgeben, viele bekämen aber Geld zurück.

Muss ich eine Steuererklärung machen?

Als Angestellte ist sie Pflicht, wenn du Steuerklasse VI hast, ihr verheiratet seid, beide arbeitet und eine von euch Steuerklasse V hat oder ihr das Faktorverfahren nutzt. Pflicht ist sie auch, wenn du mehr als 410 € Elterngeld, Arbeitslosengeld oder Krankengeld bekommen hast oder deine übrigen Einkünfte, etwa der Gewinn aus einer Nebentätigkeit oder der Überschuss aus einer Vermietung, über 410 € liegen. Sonst ist sie freiwillig, und du kannst sie bis zu vier Jahre rückwirkend abgeben. Für 2022 geht das noch bis zum 31. Dezember 2026.

Bis wann muss ich abgeben?

Bist du zur Abgabe verpflichtet und machst sie selbst, hast du bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit. Mit Steuerberaterin oder Lohnsteuerhilfeverein läuft die Frist für 2025 bis zum 1. März 2027. Gibst du zu spät ab, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag verlangen.

Ab wann lohnt es sich, Belege zu sammeln?

Das Finanzamt zieht automatisch 1.230 € für Jobkosten ab. Belege bringen dir also erst etwas, wenn du darüber kommst. Seit 2026 zählen für den Arbeitsweg 0,38 € pro Kilometer, ab dem ersten Kilometer und nur für die einfache Strecke.

Wie funktioniert die Homeoffice-Pauschale?

Für jeden Tag, an dem du überwiegend zu Hause arbeitest, setzt du 6 € an, höchstens 1.260 € im Jahr. Die Pauschale gehört zu den Jobkosten und wirkt deshalb erst, wenn du insgesamt über die 1.230 € kommst.

Was kann ich außer Jobkosten absetzen?

Für Handwerkerinnen, Putzhilfe oder Gartenpflege im eigenen Haushalt ziehst du 20 % der Arbeitskosten direkt von der Steuer ab, bis zu 1.200 € für Handwerksleistungen und 4.000 € für Dienstleistungen im Jahr. Dafür brauchst du eine Rechnung und musst überweisen, bar bezahlt zählt nicht.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüf, ob einer der Pflichtfälle auf dich zutrifft, etwa Steuerklasse V oder Elterngeld über 410 €.
  2. Hast du für 2022 noch keine Erklärung abgegeben, hol das bis zum 31. Dezember 2026 nach.
  3. Schreib dir für 2026 Homeoffice-Tage und Kilometer zur Arbeit auf, dann siehst du, ob du über 1.230 € kommst.
  4. Bezahl Handwerkerin und Haushaltshilfe per Überweisung und heb die Rechnung auf.

Du arbeitest in Teilzeit oder im Minijob

Bei kleinerem Einkommen wird oft mehr Lohnsteuer abgezogen, als am Ende fällig ist. Mehr als die Hälfte der Minijobs haben Frauen (Minijob-Zentrale, 2026).

Gehört mein Minijob in die Steuererklärung?

In der Regel nicht. Bis 603 € im Monat zahlt meistens die Arbeitgeberin pauschal 2 % Steuer, damit ist alles erledigt. Nur wenn der Minijob über deine Steuerklasse abgerechnet wird, musst du ihn angeben. Ob das so ist, sagt dir das Lohnbüro.

Was ändert sich zwischen 603 € und 2.000 €?

Im sogenannten Midijob zahlst du Lohnsteuer nach deiner Steuerklasse, aber geringere Sozialabgaben. In Steuerklasse V wird dabei viel Lohnsteuer einbehalten. Was davon am Ende wirklich anfällt, ergibt erst die gemeinsame Steuererklärung.

Lohnt sich die Steuererklärung bei Teilzeit?

Oft ja. Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 12.348 € im Jahr zahlst du 2026 keine Einkommensteuer. Wurde trotzdem Lohnsteuer abgezogen, etwa weil du nur einige Monate gearbeitet hast, bekommst du sie mit der Erklärung zurück.

Was gilt, wenn ich zwei Jobs mit Lohnsteuer habe?

Der zweite Job läuft über Steuerklasse VI, und dann musst du eine Steuererklärung abgeben. Ein pauschal versteuerter Minijob als Zweitjob löst diese Pflicht nicht aus.

Was du jetzt tun kannst

  1. Frag im Lohnbüro, ob dein Minijob pauschal versteuert wird.
  2. Schau auf deiner Lohnsteuerbescheinigung nach, ob Lohnsteuer abgezogen wurde, obwohl du im Jahr unter 12.348 € liegst. Dann gib eine Erklärung ab.
  3. Hast du einen zweiten Job in Steuerklasse VI, plan die Steuererklärung fest ein.

Du bist verheiratet

Steuerklasse V haben fast nur Frauen. Sie verändert nicht, wie viel Steuer ihr im Jahr zahlt, aber sehr wohl, was dir jeden Monat bleibt.

Zahlen wir mit III und V weniger Steuern?

Nein, die Steuerklasse verteilt nur den monatlichen Abzug zwischen euch. Was ihr im Jahr zahlt, ergibt erst die Steuererklärung, und mit III und V ist sie Pflicht. Von den Paaren mit dieser Kombination mussten zuletzt knapp 46 % nachzahlen (Statistisches Bundesamt, 2024).

Warum ist die Steuerklasse trotzdem wichtig?

Elterngeld, Arbeitslosengeld und Krankengeld werden aus deinem Netto berechnet und fallen in Steuerklasse V deutlich niedriger aus. Fürs Elterngeld zählt die Steuerklasse, die in den meisten der zwölf Monate vor dem Mutterschutz galt. Ein Wechsel muss also spätestens sieben Monate vorher wirksam sein. Beim Arbeitslosengeld zählt ein Wechsel nur, wenn die neue Klasse zum Verhältnis eurer Gehälter passt. Ein schneller Wechsel kurz vor der Arbeitslosigkeit bringt deshalb meist nichts.

Was ist das Faktorverfahren?

Ihr habt beide Steuerklasse IV mit einem Faktor, der die gemeinsame Steuer nach euren tatsächlichen Gehältern verteilt. So spiegelt dein Netto deinen Anteil, und hohe Nachzahlungen werden seltener. Ihr beantragt es gemeinsam beim Finanzamt, auch über ELSTER.

Werden die Steuerklassen III und V abgeschafft?

Stand Oktober 2026 nicht. Die frühere Bundesregierung wollte sie ab 2030 durch das Faktorverfahren ersetzen, beschlossen wurde das nicht. Beide Klassen sind weiter wählbar, und ihr könnt mehrmals im Jahr wechseln.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schau auf deiner Gehaltsabrechnung nach, welche Steuerklasse du hast.
  2. Lasst euch das Faktorverfahren beim Finanzamt oder mit dem Rechner des Bundesfinanzministeriums ausrechnen.
  3. Plant ihr ein Kind, klärt die Steuerklasse mindestens sieben Monate vor dem Mutterschutz.
  4. Bleibt ihr bei III und V, legt Geld für eine mögliche Nachzahlung zurück.

Du bekommst ein Kind

Mütter planen im Schnitt fast 15 Monate Elterngeld ein (Statistisches Bundesamt, 2026). Das Jahr hat Folgen für die Steuererklärung, die viele erst mit dem Bescheid bemerken.

Elterngeld ist steuerfrei. Warum muss ich trotzdem nachzahlen?

Elterngeld und Mutterschaftsgeld sind zwar steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz auf euer übriges Einkommen. Ab 410 € im Jahr musst du deshalb eine Erklärung abgeben. Nachzahlungen treffen vor allem Paare, in denen eine von euch weiterverdient.

Muss ich zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag wählen?

Nein, das Finanzamt prüft in der Steuererklärung von selbst, was für euch günstiger ist. 2026 gibt es 259 € Kindergeld im Monat. Bei höherem Einkommen wirkt der Freibetrag stärker, dann wird das Kindergeld damit verrechnet.

Was kann ich für Kita, Tagesmutter oder Hort absetzen?

80 % der Betreuungskosten, höchstens 4.800 € pro Kind im Jahr, solange es jünger als 14 ist. Du brauchst eine Rechnung und musst überweisen, Essensgeld zählt nicht. Zahlt deine Arbeitgeberin einen Zuschuss zur Kita, ist er bis zum Schulbeginn steuerfrei.

Welche Entlastung gibt es, wenn ich alleinerziehend bin?

Du bekommst einen Entlastungsbetrag von 4.260 € im Jahr, für jedes weitere Kind 240 € mehr. Er steckt in Steuerklasse II. Voraussetzung ist, dass das Kind bei dir gemeldet ist und keine andere erwachsene Person in deinem Haushalt lebt. Ein volljähriges Kind, für das du noch Kindergeld bekommst, zählt nicht.

Was du jetzt tun kannst

  1. Leg im Jahr mit Elterngeld Geld für eine mögliche Nachzahlung zurück und gib die Erklärung ab.
  2. Bezahl die Betreuung per Überweisung und heb die Rechnungen auf.
  3. Frag deine Arbeitgeberin nach einem steuerfreien Zuschuss zur Kita.
  4. Bist du alleinerziehend, prüf, ob auf deiner Gehaltsabrechnung Steuerklasse II steht.

Du legst Geld an

Mit dem ersten Depot kommen die ersten Steuerfragen: was steuerfrei bleibt und wie du zu viel gezahlte Steuer zurückholst.

Wie viel Ertrag bleibt steuerfrei?

1.000 € Zinsen, Dividenden und Kursgewinne im Jahr, bei gemeinsamer Veranlagung 2.000 €. Damit die Bank davon keine Steuer abzieht, gibst du ihr einen Freistellungsauftrag. Hast du mehrere Banken, teilst du den Betrag zwischen ihnen auf.

Die Bank hat trotzdem Steuer abgezogen. Bekomme ich sie zurück?

Ja, über die Anlage KAP in deiner Steuererklärung. Das passiert oft, wenn der Freistellungsauftrag zu niedrig war oder bei der falschen Bank lag.

Zahle ich auch in Teilzeit oder Elternzeit 25 %?

Nicht unbedingt. Liegt dein persönlicher Steuersatz unter 25 %, kannst du in der Anlage KAP die Günstigerprüfung beantragen, dann wird dein niedrigerer Satz angesetzt. Liegt dein Einkommen insgesamt unter dem Grundfreibetrag, kannst du der Bank eine Nichtveranlagungsbescheinigung geben.

Was passiert mit Verlusten aus Aktien?

Verluste aus Aktienverkäufen werden nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet. Hast du mehrere Banken, lass dir bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung ausstellen, dann verrechnet das Finanzamt über alle Depots hinweg.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüf, ob deine Freistellungsaufträge zusammen die 1.000 € oder 2.000 € ausschöpfen.
  2. Bist du in Teilzeit oder Elternzeit, beantrag die Günstigerprüfung in der Anlage KAP.
  3. Hast du bei einer Bank Verluste und bei der anderen Gewinne, fordere bis zum 15. Dezember die Verlustbescheinigung an.

Wie du ein Depot aufbaust, steht unter Vermögensaufbau.

Du machst dich nebenberuflich selbstständig

Sieben von zehn Gründungen starten neben dem Job (KfW, 2026). Steuerlich musst du dabei von Anfang an ein paar Dinge richtig machen.

Wann muss ich das Finanzamt informieren?

Spätestens einen Monat nach dem Start, mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER. Ist deine Tätigkeit ein Gewerbe, meldest du sie zusätzlich beim Gewerbeamt an. Freiberuflerinnen brauchen keine Gewerbeanmeldung.

Was bringt mir die Kleinunternehmerregelung?

Du berechnest keine Umsatzsteuer und sparst dir die Voranmeldungen, kannst dafür aber auch keine Vorsteuer abziehen. Das geht, solange du im Vorjahr höchstens 25.000 € und im laufenden Jahr höchstens 100.000 € Umsatz machst. Im Gründungsjahr gilt eine strengere Grenze: Dann darfst du im laufenden Jahr höchstens 25.000 € Umsatz machen. Überschreitest du eine Grenze im laufenden Jahr, gilt die Umsatzsteuer ab diesem Umsatz, nicht erst ab dem nächsten Jahr.

Muss ich ein paar hundert Euro nebenher versteuern?

Als Angestellte bleibt ein Gewinn aus Nebentätigkeiten bis 410 € im Jahr steuerfrei, bis 820 € wird er nur teilweise besteuert. Für eine Übungsleitertätigkeit, etwa im gemeinnützigen Sportverein, sind zusätzlich bis 3.300 € Einnahmen im Jahr steuerfrei, für ein Ehrenamt bis 960 €.

Wie wird mein Gewinn besteuert?

Du rechnest Einnahmen minus Ausgaben und gibst das mit der Anlage EÜR ab. Der Gewinn kommt zu deinem Gehalt dazu und wird mit deinem persönlichen Satz besteuert. Bist du Gewerbetreibende, fällt Gewerbesteuer nur auf den Teil deines Gewinns über 24.500 € im Jahr an, und sie wird zum großen Teil auf deine Einkommensteuer angerechnet. Freiberuflerinnen zahlen keine Gewerbesteuer.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schick den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats nach dem Start.
  2. Behalte deinen Umsatz im Blick, damit du die Grenzen von 25.000 € und 100.000 € nicht unbemerkt überschreitest.
  3. Führ vom ersten Tag an eine Liste aller Einnahmen und Ausgaben und heb die Belege auf.

Du bist selbstständig

Gut ein Drittel der Selbstständigen in Deutschland sind Frauen (WSI, 2025). Die typische Überraschung kommt im zweiten Jahr, wenn Nachzahlung und Vorauszahlungen gleichzeitig fällig werden.

Was sind Vorauszahlungen?

Das Finanzamt setzt vierteljährliche Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer fest, oft schon nach deinem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, spätestens nach der ersten Steuererklärung. Fällig sind sie am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Ändert sich dein Gewinn deutlich, kannst du sie anpassen lassen.

Wie viel sollte ich zurücklegen?

Die Umsatzsteuer, die du einnimmst, gehört dem Finanzamt, leg sie komplett zur Seite. Für die Einkommensteuer gibt es keine feste Quote, weil sie von deinem Gewinn abhängt. Am sichersten ist ein eigenes Konto mit einer Quote, die du mit deiner Steuerberaterin festlegst.

Wie oft muss ich die Umsatzsteuer anmelden?

In der Regel jedes Quartal, monatlich, wenn die Umsatzsteuer im Vorjahr über 9.000 € lag. Fällig ist die Voranmeldung am 10. des Folgemonats, mit Dauerfristverlängerung einen Monat später.

Was gilt bei E-Rechnungen?

Seit 2025 musst du E-Rechnungen von anderen Unternehmen empfangen und speichern können, auch als Kleinunternehmerin. Selbst ausstellen musst du sie an Unternehmen ab 2027, wenn dein Umsatz im Vorjahr über 800.000 € lag, ab 2028 in jedem Fall. Kleinunternehmerinnen sind davon ausgenommen.

Wie lange muss ich Belege aufbewahren?

Rechnungen und Kontoauszüge acht Jahre, Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre, Geschäftsbriefe sechs Jahre.

Was du jetzt tun kannst

  1. Trag dir die vier Termine für die Vorauszahlungen in den Kalender.
  2. Richte ein eigenes Konto für Umsatzsteuer und Steuerrücklage ein und leg die Quote mit deiner Steuerberaterin fest.
  3. Stell sicher, dass du E-Rechnungen empfangen und archivieren kannst.

Ihr trennt euch

2025 wurden in Deutschland rund 130.100 Ehen geschieden (Statistisches Bundesamt, 2026). Was rechtlich gilt, steht unter Recht. Steuerlich ändert sich ab dem Jahr nach der Trennung einiges.

Was ändert sich steuerlich nach der Trennung?

Für das Trennungsjahr könnt ihr noch zusammen veranlagt werden und den Splittingtarif nutzen, wenn ihr in dem Jahr mindestens einen Tag nicht dauernd getrennt gelebt habt. Dafür müsst ihr beide zustimmen. Ab dem Folgejahr wird jede von euch einzeln veranlagt. Deine Steuerklasse ist dann I, mit Kind II. Wer Steuerklasse III hat, muss die Trennung dem Finanzamt melden. Klärt früh, wer eine Erstattung oder Nachzahlung für das Trennungsjahr bekommt oder trägt.

Was ist Realsplitting?

Wer Unterhalt an die frühere Partnerin oder den früheren Partner zahlt, kann bis 13.805 € im Jahr absetzen, zuzüglich übernommener Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die Person, die den Unterhalt bekommt, muss zustimmen und ihn dann selbst versteuern. Bekommst du Unterhalt, vereinbar vor deiner Unterschrift, dass dir die Steuernachteile ausgeglichen werden.

Kann ich Kindesunterhalt oder die Scheidung absetzen?

Beides nicht. Kindesunterhalt ist über Kindergeld und Kinderfreibetrag abgegolten, die Kosten des Scheidungsverfahrens sind seit 2013 grundsätzlich nicht absetzbar.

Was du jetzt tun kannst

  1. Meldet dem Finanzamt die Trennung, damit die Steuerklasse ab dem 1. Januar stimmt.
  2. Bekommst du Unterhalt, unterschreib die Zustimmung zum Realsplitting erst, wenn der Ausgleich deiner Steuernachteile schriftlich vereinbart ist.

Was rechtlich bei Trennung und Scheidung gilt, steht unter Recht.

Du erbst oder bekommst etwas geschenkt

2025 wurden in Deutschland 141,1 Milliarden Euro vererbt und verschenkt, 23,1 % mehr als im Jahr davor (Statistisches Bundesamt, 2026).

Wie hoch sind die Freibeträge?

Ehepartnerinnen und Ehepartner haben 500.000 €, Kinder 400.000 €, Enkel 200.000 €. Geschwister, Freundinnen und unverheiratete Partner haben nur 20.000 €.

Kann ich die Freibeträge mehrfach nutzen?

Ja, alle zehn Jahre neu. Schenkungen derselben Person innerhalb von zehn Jahren werden zusammengerechnet. Wer früh und verteilt schenkt, kann die Freibeträge also mehrmals nutzen.

Was gilt, wenn wir ohne Trauschein zusammenleben?

Steuerlich seid ihr Fremde: 20.000 € Freibetrag und die höchsten Steuersätze. Auch das gemeinsam bewohnte Haus oder die Wohnung erbst du nicht steuerfrei. Das geht nur für Eheleute, eingetragene Lebenspartner und, bis 200 m² Wohnfläche, für Kinder.

Muss ich ein Erbe oder eine Schenkung melden?

Ja, innerhalb von drei Monaten beim zuständigen Finanzamt. Das Bundesverfassungsgericht hat im Oktober 2026 über die Erbschaftsteuer verhandelt. Bis eine Entscheidung vorliegt und der Gesetzgeber reagiert hat, gilt das bisherige Recht. Größere Schenkungen solltest du vorher mit einer Steuerberaterin besprechen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schreib dir Datum und Wert jeder Schenkung auf, damit du die zehn Jahre im Blick hast.
  2. Lebt ihr ohne Trauschein zusammen, lasst ausrechnen, was ein Erbe zwischen euch kosten würde.
  3. Melde Erbe oder Schenkung innerhalb von drei Monaten beim Finanzamt.

Du hast eine eigene GmbH

Mit der GmbH entscheidest du selbst, wie viel du dir als Gehalt zahlst und wie viel im Unternehmen bleibt. Das hat große steuerliche Folgen.

Gehalt oder Ausschüttung, was ist günstiger?

Dein Gehalt als Geschäftsführerin mindert den Gewinn der GmbH und wird bei dir wie Arbeitslohn versteuert. Es muss angemessen sein und vorher schriftlich vereinbart werden. Schüttet die GmbH Gewinn aus, zahlt sie erst rund 30 % und du dann gut 25 % auf den Rest, zusammen also knapp 50 %. Ein angemessenes Gehalt ist deshalb heute meist günstiger. Ihren Vorteil spielt die GmbH aus, wenn der Gewinn im Unternehmen bleibt: Dann sind es nur rund 30 %. Ab 2032 sinkt die Körperschaftsteuer auf 10 %, dann kann bei hohem Einkommen auch die Ausschüttung günstiger sein.

Was bringt eine Holding steuerlich?

Schüttet deine GmbH Gewinne an deine Holding-GmbH aus oder verkauft die Holding Anteile, sind 95 % davon steuerfrei, bei Ausschüttungen ab einer Beteiligung von 15 %. Effektiv bleiben rund 1,5 % Steuern. Erst wenn die Holding das Geld an dich ausschüttet, zahlst du darauf persönlich Steuern.

Ich will mein Unternehmen verkaufen. Gibt es Erleichterungen?

Verkaufst du ein Einzelunternehmen ab 55, gibt es einmal im Leben einen ermäßigten Steuersatz. Bei kleineren Gewinnen kommt ein Freibetrag von bis zu 45.000 € dazu, der ab 136.000 € Gewinn abschmilzt und ab 181.000 € ganz wegfällt. Unter 55 hilft die Fünftelregelung, die bei hohen übrigen Einkünften aber wenig bringt. Verkaufst du privat gehaltene GmbH-Anteile ab 1 % Beteiligung, sind 60 % des Gewinns steuerpflichtig. Wie du die Holding rechtzeitig aufsetzt, steht unter Recht.

Ändert sich die Körperschaftsteuer?

Ja. Ab 2028 sinkt sie jedes Jahr um einen Prozentpunkt, von 15 % auf 10 % ab 2032.

Was du jetzt tun kannst

  1. Halte dein Gehalt als Geschäftsführerin schriftlich und im Voraus fest.
  2. Denkst du an einen Verkauf, lass jetzt mit deiner Steuerberaterin durchrechnen, ob eine Holding für dich passt.

Du gehst in Rente

Für viele Frauen ist die Rente nicht steuerfrei, und der Anteil, der versteuert wird, steigt mit jedem Jahrgang.

Wie viel von meiner Rente muss ich versteuern?

Das hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 %. Der steuerfreie Teil wird danach als fester Betrag festgeschrieben, spätere Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig.

Muss ich als Rentnerin eine Steuererklärung machen?

Ja, wenn deine Einkünfte insgesamt über dem Grundfreibetrag liegen, 2026 also über 12.348 €. Das Finanzamt erfährt von deiner Rente automatisch.

Was ist die Aktivrente?

Arbeitest du nach der Regelaltersgrenze als Angestellte weiter, sind seit 2026 bis zu 24.000 € Lohn im Jahr steuerfrei, also rund 2.000 € im Monat. Für Selbstständige und Minijobs gilt das nicht.

Was du jetzt tun kannst

  1. Rechne grob nach, ob deine Einkünfte mit Rente über 12.348 € liegen.
  2. Arbeitest du nach der Regelaltersgrenze weiter, klär mit dem Lohnbüro, ob die Aktivrente angewendet wird.

Du wirst länger krank

Krankengeld ist steuerfrei, wirkt sich aber trotzdem auf deine Steuer aus. Und was du für deine Gesundheit selbst bezahlst, kannst du zum Teil absetzen.

Muss ich Krankengeld versteuern?

Nein, Krankengeld ist steuerfrei. Es erhöht aber den Steuersatz auf dein übriges Einkommen, das nennt sich Progressionsvorbehalt. Hast du im Jahr mehr als 410 € Krankengeld bekommen, musst du deshalb eine Steuererklärung abgeben, und oft kommt eine Nachzahlung. Die Krankenkasse meldet den Betrag selbst ans Finanzamt.

Welche Krankheitskosten kann ich absetzen?

Alles, was du selbst zahlst und die Krankenkasse nicht übernimmt: Zuzahlungen zu Medikamenten und Therapien, ärztlich verordnete Behandlungen und Hilfsmittel, Fahrten zur Praxis oder ins Krankenhaus. Abziehen kannst du aber nur den Teil, der über deiner zumutbaren Belastung liegt. Die liegt je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl zwischen 1 und 7 % deiner Einkünfte.

Lohnt es sich, Belege zu sammeln?

Ja. Krankheitskosten zählen in dem Jahr, in dem du sie bezahlt hast. Stehen mehrere große Ausgaben an, etwa für Zahnersatz und eine neue Brille, kann es sich lohnen, sie in dasselbe Jahr zu legen, damit du über die Grenze kommst.

Was du jetzt tun kannst

  1. Gib für jedes Jahr mit mehr als 410 € Krankengeld eine Steuererklärung ab und leg dir für die Nachzahlung etwas zurück.
  2. Heb alle Belege für Zuzahlungen, Verordnungen und Fahrten auf.
  3. Leg größere Gesundheitsausgaben, wenn es geht, in dasselbe Jahr.

Vermögensaufbau

Wie du anfängst, was Teilzeit für deine Rente heißt und wie ihr als Paar beide absichert.

Zur Säule

Du fängst an

Mehr als die Hälfte der Frauen legt regelmäßig Geld zur Seite (Bankenverband, 2026). Damit lässt sich gut anfangen.

Wie viel sollte ich zurücklegen, bevor ich anlege?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Konto, an das du jederzeit kommst, etwa einem Tagesgeldkonto. So musst du bei einer kaputten Waschmaschine oder einer Pause im Job nicht an dein langfristiges Geld. Guthaben ist bis 100.000 € pro Bank gesetzlich abgesichert.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF ist ein Fonds, der einen ganzen Index abbildet und damit in viele Unternehmen gleichzeitig investiert. Mit einem Sparplan zahlst du jeden Monat einen festen Betrag ein, bei vielen Depots schon ab wenigen Euro. Plan das Geld für mindestens zehn Jahre ein, denn die Kurse schwanken zwischendurch.

Worauf achte ich bei den Kosten?

Vergleich die laufenden Kosten des Fonds pro Jahr, die Depotgebühr und die Gebühr für jede Sparrate. Als Orientierung: Beim staatlich geförderten Standarddepot ab 2027 dürfen die Kosten höchstens 1 % im Jahr betragen. Was deutlich darüber liegt, frisst über die Jahre einen spürbaren Teil deines Ertrags.

Was ist das neue Altersvorsorgedepot?

Ab dem 1. Januar 2027 fördert der Staat ein Depot für die Rente. Für bis zu 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr gibt es bis zu 540 € Zulage, dazu bis zu 300 € pro Kind. Dafür ist das Geld bis zur Rente gebunden, ein frei verfügbarer Sparplan daneben bleibt sinnvoll. Neue Riester-Verträge kannst du nur noch bis Ende 2026 abschließen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Rechne deine monatlichen Ausgaben zusammen und leg drei bis sechs davon als Notgroschen auf ein eigenes Tagesgeldkonto.
  2. Vergleich bei zwei oder drei Depots die laufenden Fondskosten, die Depotgebühr und die Gebühr pro Sparrate.
  3. Starte einen Sparplan in einer Höhe, die du auch in schwachen Monaten durchhältst.
  4. Prüf ab Januar 2027, ob das geförderte Altersvorsorgedepot zu dir passt.

Wie viel Ertrag steuerfrei bleibt, steht unter Steuern.

Du arbeitest in Teilzeit oder bist in Elternzeit

In Teilzeit und Elternzeit entsteht ein großer Teil des späteren Unterschieds bei der Rente. Einiges davon lässt sich ausgleichen, wenn du es rechtzeitig angehst.

Wie viel Rente kostet mich Teilzeit?

Verdienst du ein Jahr lang so viel wie der Durchschnitt, bekommst du einen Rentenpunkt, und der ist seit Juli 2026 42,52 € Monatsrente wert. Mit halbem Gehalt ist es ein halber Punkt, also rund 21 € weniger Rente im Monat, für jedes Jahr. Wie viele Punkte du hast, steht in deiner Renteninformation.

Was bringen mir Kindererziehungszeiten?

Für jedes ab 1992 geborene Kind werden dir bis zu drei Jahre so angerechnet, als hättest du durchschnittlich verdient, das sind rund 127 € Monatsrente pro Kind. Gespeichert werden die Zeiten aber nur, wenn du sie bei der Rentenversicherung beantragst. Ab 2027 gelten die drei Jahre auch für Kinder, die vor 1992 geboren sind.

Soll ich mich im Minijob von der Rentenversicherung befreien lassen?

Bleibst du drin, zahlst du einen kleinen Eigenanteil und sammelst volle Beitragszeiten, die etwa für die Erwerbsminderungsrente zählen. Ob die Befreiung für dich sinnvoll ist, rechnet dir die Deutsche Rentenversicherung kostenlos durch.

Bekomme ich als Mutter mehr Förderung?

Ja. Im Altersvorsorgedepot ab 2027 verdoppelt der Staat jeden eingezahlten Euro bis zu 300 € pro Kind und Jahr. Gerade bei kleinen Beiträgen ist das ein großer Anteil.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüf in deinem Versicherungsverlauf bei der Rentenversicherung, ob deine Kindererziehungszeiten gespeichert sind, und beantrag sie, wenn nicht.
  2. Lies in deiner Renteninformation nach, wie viele Rentenpunkte du bisher hast.
  3. Hast du einen Minijob, lass dir von der Rentenversicherung erklären, was die Befreiung für dich bedeutet.
  4. Merk dir für 2027 die Kinderzulage im Altersvorsorgedepot vor.

Ihr seid ein Paar

Ob gemeinsames Konto oder getrennte Kassen: Am Ende zählt, auf wessen Namen Erspartes und Vorsorge laufen.

Gemeinsames Konto oder getrennte Konten?

Viele Paare kombinieren beides, ein gemeinsames Konto für feste Kosten und eigene Konten für alles andere. Wichtiger als das Modell ist, wem das Vermögen gehört. Ein Depot gehört der Person, auf deren Namen es läuft.

Wie gleichen wir aus, wenn ich wegen der Kinder weniger verdiene?

Wer mehr Care-Arbeit übernimmt und deshalb weniger verdient, baut weniger eigene Rente und weniger eigenes Vermögen auf. Ihr könnt das ausgleichen, etwa indem die Person mit dem höheren Einkommen jeden Monat in ein Depot auf den Namen der anderen einzahlt. Haltet das schriftlich fest.

Reicht es, wenn sich eine von uns um das Geld kümmert?

Für den Alltag ja, für den Überblick nicht. Beide sollten wissen, welche Konten, Depots, Verträge und Kredite es gibt und auf wen sie laufen. Spätestens bei Krankheit, Trennung oder Tod zählt das.

Was du jetzt tun kannst

  1. Macht gemeinsam eine Liste aller Konten, Depots, Vorsorgeverträge und Kredite, mit dem Namen, auf den sie laufen.
  2. Schaut nach, wie viel Vermögen und Vorsorge jede von euch auf eigenen Namen hat.
  3. Steckt eine von euch beruflich zurück, vereinbart einen monatlichen Ausgleich in ein Depot auf ihren Namen und haltet ihn schriftlich fest.

Wie ihr so einen Ausgleich rechtlich absichert, steht unter Recht.

Du bist über 50 und willst aufholen

Eine Frau, die heute 65 ist, lebt im Schnitt noch gut 21 Jahre (Statistisches Bundesamt, 2026). Dein Geld muss also lange arbeiten, und es lohnt sich, auch jetzt noch anzufangen.

Lohnt sich Anlegen mit 50 noch?

Ja, weil der Zeitraum länger ist, als er sich anfühlt: bis zur Rente und dann noch zwei Jahrzehnte weiter. Auch das neue Altersvorsorgedepot zahlt bis mindestens 85 aus.

Wie finde ich heraus, wie groß meine Lücke ist?

Ab 55 schickt dir die Rentenversicherung alle drei Jahre eine Rentenauskunft, auf Antrag jederzeit und kostenlos. Seit Oktober 2026 zeigt sie auch, ab wann du frühestens in Rente gehen kannst und was nach Kranken- und Pflegebeiträgen bleibt. Leg deine geplanten Ausgaben im Alter daneben, dann siehst du die Lücke.

Kann ich Rentenpunkte nachkaufen?

Ab 50 kannst du mit Sonderzahlungen die Abschläge für einen früheren Rentenbeginn ausgleichen. Gehst du doch später, erhöht das Geld deine Rente. Zurück bekommst du es nicht.

Was ist, wenn in meinem Rentenkonto Zeiten fehlen?

Ausbildung, Kinder oder Pflege fehlen oft im Versicherungsverlauf. Mit einer Kontenklärung bei der Rentenversicherung lässt du sie nachtragen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Fordere eine aktuelle Rentenauskunft an und leg deine Ausgaben im Alter daneben.
  2. Prüf deinen Versicherungsverlauf auf Lücken und beantrag eine Kontenklärung.
  3. Lass dir ausrechnen, was ein Ausgleich der Abschläge per Sonderzahlung kosten würde.

Ihr trennt euch

Jede sechste Scheidung kommt nach 25 oder mehr Ehejahren (Statistisches Bundesamt, 2026). Oft liegt die Vorsorge dann vor allem auf dem Namen des Partners.

Was passiert mit unseren Rentenansprüchen?

Bei einer Scheidung werden alle Rentenansprüche, die ihr während der Ehe erworben habt, halbiert und aufgeteilt, auch Betriebsrente und private Rentenverträge. Das Familiengericht macht diesen Versorgungsausgleich von sich aus. Bei einer Ehe von höchstens drei Jahren nur, wenn eine von euch es beantragt.

Und wenn wir nicht verheiratet waren?

Dann gibt es keinen Versorgungsausgleich. Was auf den Namen deines Partners angespart wurde, bleibt bei ihm. Gerade ohne Trauschein zählt deshalb, auf wessen Namen Vorsorge läuft.

Was ist mit gemeinsamen Krediten?

Bei einem gemeinsamen Kredit haftet jede von euch für den vollen Betrag, auch nach der Trennung. Prüf außerdem, wer über gemeinsame Konten und Depots verfügen kann und welche Vollmachten bestehen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Liste alle Konten, Depots, Vorsorgeverträge, Kredite und Vollmachten auf, egal auf wessen Namen.
  2. Fordere deine eigene Renteninformation an, damit du siehst, was dir zusteht.
  3. Ändere Vollmachten für Konten und Depots, die du nicht mehr teilen willst.

Was rechtlich bei einer Trennung gilt, steht unter Recht.

Du bist selbstständig

Die meisten Selbstständigen müssen nicht in die Rentenversicherung einzahlen. Wie viel Vorsorge du aufbaust, entscheidest du also allein.

Muss ich als Selbstständige in die Rentenversicherung?

In der Regel nicht. Ausnahmen gibt es etwa für Lehrende, Hebammen und Pflegekräfte, über die Künstlersozialkasse für Künstlerinnen und Publizistinnen und für Selbstständige mit nur einer Auftraggeberin. Innerhalb von fünf Jahren nach dem Start kannst du dich auf Antrag pflichtversichern.

Bekomme ich als Selbstständige staatliche Förderung?

Ab 2027 ja. Im neuen Altersvorsorgedepot sind Selbstständige zum ersten Mal förderberechtigt, mit derselben Zulage wie Angestellte. Bei Riester waren sie bisher meist ausgeschlossen.

Was ist die Basisrente?

Die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, ist ein Vorsorgevertrag, dessen Beiträge du in hohem Umfang von der Steuer absetzen kannst. Dafür ist das Geld bis zur Rente gebunden, du kannst es weder vorher entnehmen noch auf einmal auszahlen lassen.

Wie viel sollte ich zurücklegen?

Eine feste Quote gibt es nicht. Zur Orientierung: Angestellte zahlen zusammen mit ihrer Arbeitgeberin 18,6 % ihres Bruttolohns in die Rente. Legst du deutlich weniger zurück, bist du schlechter abgesichert als eine Angestellte mit gleichem Einkommen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Lass bei der Rentenversicherung klären, ob deine Tätigkeit schon rentenversicherungspflichtig ist.
  2. Prüf, ob du die Pflichtversicherung auf Antrag noch wählen kannst, solange du keine fünf Jahre selbstständig bist.
  3. Rechne aus, wie viel 18,6 % deines Gewinns im Monat wären, und vergleich das mit dem, was du heute zurücklegst.
  4. Prüf ab 2027 das geförderte Altersvorsorgedepot.

Du erbst oder bekommst plötzlich Geld

2025 wurden in Deutschland 141,1 Milliarden Euro vererbt und verschenkt, 23,1 % mehr als im Jahr davor (Statistisches Bundesamt, 2026). Mit einem großen Betrag kommen oft auch Menschen, die dir schnell etwas verkaufen wollen.

Muss ich sofort entscheiden, was ich mit dem Geld mache?

Nein. Park das Geld zuerst sicher und verfügbar, etwa auf einem Tagesgeldkonto, und nimm dir Zeit. Wer sich drängen lässt, unterschreibt eher etwas, das nicht passt.

Ist mein Geld sicher, wenn es mehr als 100.000 € sind?

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt 100.000 € pro Bank. Nach einem Erbfall, einer Scheidung oder dem Verkauf der eigenen Wohnung gilt vorübergehend ein höherer Schutz bis 500.000 €. Wertpapiere im Depot bleiben ohnehin dein Eigentum, auch wenn die Bank pleitegeht.

Soll ich Schulden tilgen oder anlegen?

Teure Kredite wie Dispo oder Ratenkredit zuerst abzulösen, bringt dir meistens mehr als jede Anlage. Bei einem günstigen Immobilienkredit mit langer Zinsbindung lohnt sich der Vergleich.

Was du jetzt tun kannst

  1. Leg das Geld vorerst auf ein Tagesgeldkonto und verteil es bei mehr als 100.000 € auf mehrere Banken.
  2. Schreib deine Schulden mit Zinssatz auf und lös die teuersten zuerst ab.
  3. Setz dir eine Frist von einigen Wochen, bevor du größere Anlageentscheidungen triffst.

Freibeträge und Erbschaftsteuer stehen unter Steuern.

Du überlegst, eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen

Eine vermietete Wohnung bindet viel Geld an einem einzigen Ort. Ob sich das lohnt, zeigt erst die Rechnung nach allen Kosten.

Wie rechne ich, ob sich eine Wohnung lohnt?

Teil die Jahreskaltmiete durch den Kaufpreis, das ist die Bruttomietrendite. Davon gehen Kaufnebenkosten, nicht umlegbare Nebenkosten, Rücklagen für Reparaturen, Leerstand und Zinsen ab. Erst was danach bleibt, ist deine tatsächliche Rendite.

Was kostet die Finanzierung gerade?

Für zehn Jahre Zinsbindung lagen die Bauzinsen im Herbst 2026 je nach Angebot bei rund 4 bis 4,5 % (Dr. Klein, 2026). Die Preise für Wohnungen und Häuser sind im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr nur um 0,6 % gestiegen (Statistisches Bundesamt, 2026). Eine Rechnung, die nur mit steigenden Preisen aufgeht, ist deshalb riskant.

Welche Nebenkosten kommen beim Kauf dazu?

Grunderwerbsteuer zwischen 3,5 und 6,5 % je nach Bundesland, Notar und Grundbuch, oft auch eine Maklerprovision. Diese Kosten finanziert die Bank meistens nicht mit, du brauchst sie als Eigenkapital.

Was du jetzt tun kannst

  1. Rechne für eine konkrete Wohnung die Rendite nach Nebenkosten, Rücklagen und Zinsen durch.
  2. Prüf, wie viel Eigenkapital du allein für die Kaufnebenkosten brauchst.
  3. Rechne nach, ob du die Rate auch bei ein paar Monaten ohne Miete zahlen kannst.

Worauf du beim Kauf rechtlich achten musst, steht unter Recht.

Du wirst länger krank

Eine lange Krankheit kostet Einkommen und oft auch Rente. Wie gut du abgesichert bist, entscheidest du, solange du gesund bist.

Wie viel Geld fehlt mir mit Krankengeld?

Krankengeld liegt bei 70 % deines Bruttogehalts, höchstens 90 % deines Nettos, und davon gehen noch Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab. 2026 sind es höchstens 135,63 € pro Tag vor Abzügen. Verdienst du mehr, ist die Lücke entsprechend größer.

Was ist, wenn ich gar nicht mehr arbeiten kann?

Dann gibt es unter Umständen eine Erwerbsminderungsrente. Dafür brauchst du fünf Jahre in der Rentenversicherung und davon mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen in den letzten fünf Jahren, Kindererziehung und Krankengeld zählen mit. Die Rente ist meist deutlich niedriger als dein letztes Gehalt.

Brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sie zahlt eine vereinbarte Rente, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, und greift damit früher als die gesetzliche Rente. Abschließen kannst du sie nur, solange du gesund bist, und je jünger du bist, desto günstiger ist sie. Beantworte die Gesundheitsfragen vollständig, sonst kann die Versicherung später die Zahlung verweigern.

Wie groß sollte mein Notgroschen sein?

Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto. Er überbrückt die Zeit, bis Krankengeld oder eine Versicherung zahlt, und schützt deine Geldanlage davor, im falschen Moment verkauft werden zu müssen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Frag deine Krankenkasse, wie viel Krankengeld du bekommen würdest, und rechne aus, was dir im Monat fehlt.
  2. Bau einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf.
  3. Lass dir Angebote für eine Berufsunfähigkeitsversicherung machen, solange du gesund bist, am besten über eine unabhängige Honorarberatung.
  4. Schau in deiner Renteninformation nach, wie hoch deine Rente bei voller Erwerbsminderung heute wäre.

Recht

Was du über Haftung, Verträge und Eheverträge wissen solltest, bevor du unterschreibst.

Zur Säule

Du bist angestellt

Im Job wird am häufigsten über Kündigungen, Abfindungen und ausstehendes Gehalt gestritten.

Wann bin ich vor einer Kündigung geschützt?

Geschützt bist du, wenn du länger als sechs Monate im Betrieb bist und dort mehr als zehn Menschen arbeiten. Dann braucht deine Arbeitgeberin einen sozial gerechtfertigten Grund. Wehren kannst du dich aber nur innerhalb von drei Wochen nach der Kündigung, danach ist sie wirksam.

Steht mir eine Abfindung zu?

Einen automatischen Anspruch hast du in der Regel nicht. Abfindungen werden verhandelt, meistens im Zuge einer Kündigungsschutzklage.

Soll ich einen Aufhebungsvertrag unterschreiben?

Unterschreib ihn nicht im ersten Gespräch. Einmal unterschrieben, kannst du ihn nicht widerrufen, und die Arbeitsagentur kann dir das Arbeitslosengeld für bis zu zwölf Wochen sperren.

Darf ich wissen, was meine Kolleg:innen verdienen?

In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten kannst du erfahren, was eine vergleichbare Gruppe im Mittel verdient. Die Anfrage geht an den Betriebsrat oder, wenn es keinen gibt, an die Arbeitgeberin.

Was du jetzt tun kannst

  1. Liegt eine Kündigung auf dem Tisch, notier dir das Datum, denn für eine Klage hast du drei Wochen. Ruf noch in derselben Woche eine Fachanwältin für Arbeitsrecht an.
  2. Bietet man dir einen Aufhebungsvertrag an, nimm ihn mit und unterschreib erst nach der Beratung.
  3. Willst du wissen, ob du fair bezahlt wirst, stell deine Anfrage zum Gehalt schriftlich beim Betriebsrat oder bei der Arbeitgeberin.

Du bist selbstständig

Bei Selbstständigen geht es im Streit meistens um Verträge und um Rechnungen, die nicht bezahlt werden.

Brauche ich für jeden Auftrag einen schriftlichen Vertrag?

Ein Vertrag gilt auch per Mail oder per Handschlag. Im Streit hilft dir aber nur, was du belegen kannst. Halte deshalb Leistung, Preis, Zahlungsziel und Haftung schriftlich fest, oft reicht schon eine bestätigende Mail.

Kann ich AGB aus dem Netz nehmen?

Davon raten wir ab. Vorlagen passen selten zu deinem Geschäft, und unwirksame Klauseln gelten einfach nicht. Verkaufst du an Privatkundinnen, kann eine fehlerhafte Klausel sogar abgemahnt werden.

Kann ich meine Haftung ausschließen?

Begrenzen kannst du sie, ganz ausschließen nicht. Für Vorsatz und für Schäden an Leben oder Gesundheit haftest du immer, bei grober Fahrlässigkeit in aller Regel auch. Für den Rest gibt es die Berufshaftpflicht.

Bin ich scheinselbstständig?

Das kann passieren, wenn du überwiegend für eine Auftraggeberin arbeitest, nach ihren Vorgaben und eingebunden in ihr Team. Klarheit bringt ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung.

Was mache ich, wenn eine Kundin nicht zahlt?

Mahne sie nach Ablauf des Zahlungsziels und verlang Verzugszinsen. Zahlt sie dann immer noch nicht, kannst du den gerichtlichen Mahnbescheid online selbst beantragen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Lass dir AGB und einen Mustervertrag von einer Anwältin schreiben, zugeschnitten auf deine Leistungen und mit Haftungsbegrenzung.
  2. Schließ eine Berufshaftpflicht ab, die zu deinem Risiko passt.
  3. Arbeitest du überwiegend für eine Auftraggeberin, lass deinen Status bei der Deutschen Rentenversicherung klären.
  4. Schreib auf jede Rechnung ein Zahlungsziel und mahne, sobald es abgelaufen ist.

Du bekommst ein Kind

Viele deiner Rechte rund um Schwangerschaft und Elternzeit gelten nur, wenn du sie rechtzeitig und schriftlich einforderst.

Darf mir in der Schwangerschaft gekündigt werden?

In der Regel darf deine Arbeitgeberin das nicht, vom Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Geburt. Wusste sie noch nichts von der Schwangerschaft, kannst du es bis zu zwei Wochen nach einer Kündigung nachholen.

Wann muss ich die Elternzeit anmelden?

Du meldest sie spätestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich an. Während der Elternzeit darfst du bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten. In Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten hast du unter bestimmten Voraussetzungen sogar Anspruch auf diese Teilzeit.

Bekomme ich danach meinen alten Job zurück?

Du hast Anspruch auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz, nicht unbedingt auf genau deinen alten. Wirst du benachteiligt, schreib alles mit, denn Ansprüche nach dem Gleichbehandlungsgesetz musst du innerhalb von zwei Monaten geltend machen.

Und wenn ich selbstständig bin?

Einen gesetzlichen Mutterschutz wie für Angestellte gibt es für dich bisher nicht, er ist erst angekündigt. Mutterschaftsgeld bekommst du als gesetzlich Versicherte nur, wenn du Krankengeld mitversichert hast. Privat zahlt das Krankentagegeld nur, wenn der Vertrag schon mindestens acht Monate vor der Geburt bestand, das musst du also vor der Schwangerschaft regeln.

Was du jetzt tun kannst

  1. Melde die Elternzeit spätestens sieben Wochen vorher schriftlich an, und wenn du in Teilzeit arbeiten willst, auch die Teilzeit.
  2. Wirst du benachteiligt, notier Datum, Gespräch und Beteiligte und mach deine Ansprüche innerhalb von zwei Monaten schriftlich geltend.
  3. Bist du selbstständig, prüf deine Krankenversicherung, bevor du schwanger wirst: gesetzlich mit Krankengeld, privat mit Krankentagegeld.

Du gründest

Die Rechtsform bestimmt, wie viel du privat haftest und wie viel Steuern du zahlst, auch bei einem späteren Verkauf. Besprich sie mit einer Anwältin und einer Steuerberaterin.

Welche Rechtsform passt zu mir?

Testest du eine Idee nebenbei oder gründest allein, reicht oft ein Einzelunternehmen oder die Freiberuflichkeit. Das ist einfach und günstig, du haftest aber mit deinem Privatvermögen. Gründet ihr zu zweit ohne Vertrag, seid ihr automatisch eine GbR und haftet beide privat, auch für Fehler der anderen. Willst du die Haftung begrenzen, ist die GmbH der Standard: 25.000 € Stammkapital, mindestens die Hälfte zahlst du bei der Gründung ein.

Reicht nicht auch eine UG?

Die UG lässt sich mit sehr wenig Kapital gründen, hat aber Nachteile. Sie muss jedes Jahr ein Viertel ihres Gewinns zurücklegen, bis 25.000 € erreicht sind, und der Zusatz „haftungsbeschränkt“ zeigt Banken, Kundinnen und Investorinnen sofort, dass wenig Kapital da ist. Kannst du das Geld aufbringen, ist die GmbH meist die bessere Wahl.

Brauche ich eine Holding?

Willst du wachsen, Investorinnen holen oder eines Tages verkaufen, kann eine Holding-GmbH über deiner GmbH sinnvoll sein, und zwar von Anfang an, denn nachträglich wird es kompliziert. Mehr dazu unter „Du führst seit Jahren ein Unternehmen“.

Muss ich meinen Firmennamen schützen lassen?

Vorgeschrieben ist es nicht. Ist der Name aber schon als Marke eingetragen, kann die Inhaberin dich abmahnen, und du musst umbenennen, oft samt Website und Drucksachen. Prüf deshalb vor dem Start, ob er frei ist.

Was du jetzt tun kannst

  1. Wähl die Rechtsform mit deiner Steuerberaterin und deiner Anwältin und frag ausdrücklich, was sie für einen späteren Verkauf bedeutet.
  2. Gründest du mit anderen, schließt einen Gesellschaftsvertrag: wer was einbringt, wer entscheidet und was passiert, wenn eine aussteigt.
  3. Prüf beim Deutschen Patent- und Markenamt, ob dein Name frei ist, und melde ihn als Marke an. Online kostet das 290 € für bis zu drei Klassen.

Du führst seit Jahren ein Unternehmen

Ob dein Unternehmen rechtlich gut aufgestellt ist, merkst du meist erst bei einem Verkauf, in einer Krise oder bei einer Scheidung.

Wie viel bleibt mir, wenn ich verkaufe?

Das entscheidet vor allem die Struktur. Verkaufst du ein Einzelunternehmen, zahlst du auf den Gewinn deinen persönlichen Steuersatz, Erleichterungen gibt es nur einmal im Leben und erst ab 55. Verkauft deine Holding-GmbH die Anteile an deiner GmbH, sind 95 % des Gewinns steuerfrei, effektiv bleiben rund 1,5 % Steuern. Nimmst du das Geld später privat, wird es noch einmal besteuert.

Kann ich die Holding kurz vor dem Verkauf gründen?

Dann gilt eine Sperrfrist von sieben Jahren: Verkaufst du in dieser Zeit, wird ein Teil des Vorteils nachträglich besteuert. Die Holding sollte also lange vor dem Verkauf stehen.

Was ist bei einem Earn-out zu beachten?

Beim Earn-out bekommst du einen Teil des Kaufpreises erst später, abhängig davon, wie das Unternehmen nach dem Verkauf läuft. Versteuert wird er, wenn das Geld fließt. Lass dir vor der Unterschrift durchrechnen, was das für deine Steuer heißt.

Was passiert mit meinem Unternehmen bei einer Scheidung?

Ohne Ehevertrag fließt die Wertsteigerung deines Unternehmens in den Zugewinnausgleich, und das kann bedeuten, dass du sehr viel Geld auszahlen musst. Ein Ehevertrag kann das Betriebsvermögen ausklammern.

Und wenn ich ausfalle oder es eng wird?

Fällst du aus, braucht jemand eine Vollmacht, um weiterzumachen, und eine private Vorsorgevollmacht reicht dafür oft nicht. Wird die GmbH zahlungsunfähig, musst du als Geschäftsführerin spätestens nach drei Wochen Insolvenz anmelden, sonst haftest du persönlich.

Was du jetzt tun kannst

  1. Denkst du an einen Verkauf, auch erst in ein paar Jahren, lass deine Struktur jetzt von Steuerberaterin und Anwältin prüfen, damit eine Holding rechtzeitig steht.
  2. Bist du verheiratet, prüf, ob euer Ehevertrag das Betriebsvermögen regelt.
  3. Setz eine Unternehmervollmacht auf, damit jemand handeln kann, wenn du ausfällst.

Du wohnst zur Miete oder kaufst eine Wohnung

Beim Wohnen wird am häufigsten über Mieterhöhungen, Nebenkosten und Kündigungen gestritten.

Wie stark darf meine Miete steigen?

Sie darf höchstens bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete steigen und innerhalb von drei Jahren um höchstens 20 %. In vielen Städten liegt die Grenze bei 15 %.

Muss ich jede Nebenkostenabrechnung akzeptieren?

Das musst du nicht. Die Abrechnung muss spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums bei dir sein, kommt sie später, musst du in der Regel nichts nachzahlen. Einwände kannst du bis zwölf Monate nach Erhalt erheben.

Was tun bei einer Kündigung wegen Eigenbedarf?

Deine Vermieterin muss den Bedarf konkret begründen. Je nach Mietdauer hast du drei bis neun Monate Zeit, in Härtefällen kannst du widersprechen. Lass die Kündigung schnell prüfen, ein Mieterverein hilft günstig.

Worauf achte ich beim Kauf?

Im Grundbuch steht, wem die Wohnung gehört. Kauft ihr zu zweit, legt die Anteile im Kaufvertrag fest. Und lass den Vertragsentwurf vor dem Notartermin prüfen, denn die Notarin ist neutral und vertritt nicht deine Interessen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüf jede Mieterhöhung und jede Nebenkostenabrechnung, bevor du zahlst. Ein Mieterverein hilft günstig.
  2. Kauft ihr zu zweit, legt die Anteile im Kaufvertrag fest und lasst den Entwurf vor dem Notartermin prüfen.

Du überlegst, eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen? Was du zu Finanzierung, Rendite und Risiken wissen solltest, steht unter Vermögensaufbau.

Ihr trennt euch

Wer während der Ehe lange in Teilzeit gearbeitet hat, hat nach einer Scheidung oft deutlich weniger Geld und Rente. Einiges davon gleicht das Gesetz aus.

Wie lange dauert es bis zur Scheidung?

In der Regel müsst ihr ein Jahr getrennt leben. In dieser Zeit kann dir Trennungsunterhalt zustehen.

Bekomme ich nach der Scheidung Unterhalt?

Unterhalt für dich selbst gibt es meist nur für eine begrenzte Zeit, denn seit 2008 gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung. Unterhalt für die Kinder ist davon unabhängig.

Was passiert mit Vermögen und Rente?

Was während der Ehe an Vermögen dazugekommen ist, wird ausgeglichen, ebenso die Rentenansprüche aus der Ehezeit. Für die Jahre davor und danach zählt nur, was du selbst eingezahlt hast.

Gilt unser Ehevertrag?

Benachteiligt er dich einseitig, hält er oft nicht. Vor allem, wenn du für die Familie auf Einkommen verzichtet hast, prüfen Gerichte besonders genau.

Was du jetzt tun kannst

  1. Verschaff dir einen Überblick über Konten, Depots, Immobilien, Versicherungen und Schulden und sichere die Unterlagen.
  2. Fordere bei der Deutschen Rentenversicherung deinen Versicherungsverlauf an, damit du weißt, welche Ansprüche du hast.
  3. Unterschreib keine Vereinbarung, bevor eine eigene Fachanwältin für Familienrecht sie geprüft hat, auch wenn ihr euch einig seid.

Was sich nach der Trennung steuerlich ändert, steht unter Steuern.

Ihr lebt ohne Trauschein zusammen

Ohne Trauschein seid ihr rechtlich kaum füreinander abgesichert, egal wie lange ihr zusammen seid.

Erbe ich, wenn mein Partner stirbt?

Ohne Testament erbst du nicht. Und selbst mit Testament zahlst du deutlich mehr Erbschaftsteuer als Eheleute.

Wem gehört unsere gemeinsame Wohnung?

Sie gehört der Person, die im Grundbuch steht. Wer wie viel bezahlt hat, spielt dafür erst einmal keine Rolle.

Wer hat das Sorgerecht für unser Kind?

Zunächst hat es nur die Mutter. Das gemeinsame Sorgerecht erklärt ihr beim Jugendamt.

Was du jetzt tun kannst

  1. Setzt Testamente auf, damit ihr euch gegenseitig erbt, und lasst euch zur Erbschaftsteuer beraten.
  2. Kauft ihr gemeinsam, lasst euch beide ins Grundbuch eintragen und haltet in einem Partnerschaftsvertrag fest, wer was bezahlt hat.
  3. Bekommt ihr ein Kind, gebt beim Jugendamt die Sorgeerklärung ab.

Du willst heiraten

Ohne Ehevertrag lebt ihr in der Zugewinngemeinschaft: Was jede vor der Ehe hatte, bleibt ihres, was danach dazukommt, wird bei einer Scheidung ausgeglichen. Für viele Paare passt das so.

Wann lohnt sich ein Ehevertrag?

Ein Ehevertrag lohnt sich vor allem, wenn eine von euch ein Unternehmen hat oder gründen will, das Vermögen sehr ungleich ist oder eine für die Familie beruflich kürzertreten wird. Dann kann der Vertrag zum Beispiel einen Ausgleich für die Altersvorsorge festhalten.

Wie läuft das ab?

Ein Ehevertrag muss notariell beurkundet werden, und die Notarin berät euch beide neutral. Willst du wissen, was der Vertrag für dich bedeutet, frag einige Wochen vor dem Termin eine eigene Anwältin.

Was du jetzt tun kannst

  1. Sprecht vor der Hochzeit darüber, ob eine von euch ein Unternehmen hat oder beruflich kürzertreten wird.
  2. Wenn ja, lass dich einige Wochen vor dem Notartermin von einer eigenen Anwältin beraten.

Du wirst länger krank

Bist du länger krank, laufen Fristen bei deiner Arbeitgeberin und bei der Krankenkasse. Wer sie kennt, verliert weder Geld noch den Job.

Wann muss ich mich krankmelden?

Sag deiner Arbeitgeberin sofort Bescheid, am besten vor Arbeitsbeginn. Dauert es länger als drei Kalendertage, brauchst du spätestens am folgenden Arbeitstag eine Krankschreibung, deine Arbeitgeberin darf sie auch früher verlangen. Die Praxis übermittelt sie elektronisch, deine Arbeitgeberin ruft sie bei der Krankenkasse ab.

Wie lange bekomme ich mein Gehalt?

Sechs Wochen lang zahlt deine Arbeitgeberin weiter, wenn du dort schon mindestens vier Wochen arbeitest. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld: 70 % deines Bruttogehalts, höchstens 90 % deines Nettogehalts. Für dieselbe Krankheit gibt es das bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren.

Darf mir während der Krankheit gekündigt werden?

Ja, eine Krankheit schützt nicht vor einer Kündigung. Kündigt dir deine Arbeitgeberin aber wegen der Krankheit, muss sie zeigen, dass du auch künftig oft oder lange ausfällst und der Betrieb darunter erheblich leidet. Wehren kannst du dich auch hier nur innerhalb von drei Wochen.

Was ist ein BEM-Gespräch?

Warst du innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen krank, am Stück oder zusammengerechnet, muss deine Arbeitgeberin dir ein betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten. Darin klärt ihr, wie du gut zurückkommst. Mitmachen ist freiwillig. Hat sie es nicht angeboten, hat sie es bei einer späteren Kündigung wegen Krankheit vor Gericht deutlich schwerer.

Wie komme ich nach langer Krankheit zurück?

Mit einer stufenweisen Wiedereingliederung, dem Hamburger Modell: Du fängst mit wenigen Stunden an und steigerst dich über einige Wochen. In dieser Zeit bekommst du weiter Krankengeld. Den Plan erstellt deine Ärztin, deine Arbeitgeberin und die Krankenkasse müssen zustimmen.

Was passiert, wenn das Krankengeld endet?

Fordert dich die Krankenkasse auf, eine Reha zu beantragen, hast du dafür zehn Wochen Zeit, sonst kann das Krankengeld wegfallen. Endet das Krankengeld und du kannst noch nicht arbeiten, bekommst du in vielen Fällen Arbeitslosengeld, auch wenn dein Arbeitsvertrag weiterläuft. Melde dich dafür rechtzeitig bei der Arbeitsagentur.

Was du jetzt tun kannst

  1. Melde dich am ersten Tag krank und lass dir die Krankschreibung rechtzeitig ausstellen.
  2. Kommt ein Brief der Krankenkasse mit Frist, etwa zur Reha, halte die Frist ein und hol dir im Zweifel Rat bei einer Fachanwältin für Sozialrecht oder einer Sozialberatung.
  3. Nimm das BEM-Gespräch an, wenn es dir angeboten wird, und bring Vorschläge mit, was dir den Wiedereinstieg leichter macht.
  4. Kommt eine Kündigung, ruf innerhalb der drei Wochen eine Fachanwältin für Arbeitsrecht an.

Was Krankengeld für deine Steuer und deine Absicherung bedeutet, steht unter Steuern und Vermögensaufbau.

Gründung

Wie du neben dem Job startest, Preise rechnest und an Geld für den Start kommst.

Zur Säule

Du gründest neben dem Job

Sieben von zehn Gründungen starten im Nebenerwerb, die Hälfte davon mit höchstens zehn Stunden pro Woche. Bürokratie ist dabei fast doppelt so oft das größte Hindernis wie bei Gründungen im Vollerwerb (KfW, 2026).

Muss ich meiner Arbeitgeberin Bescheid sagen?

Schau zuerst in deinen Arbeitsvertrag. Viele Verträge verlangen, dass du eine Nebentätigkeit anzeigst oder genehmigen lässt, dann holst du die Zustimmung schriftlich ein. Direkte Konkurrenz zu deiner Arbeitgeberin ist in der Regel nicht erlaubt.

Was muss ich wo anmelden?

Ein Gewerbe meldest du vor dem Start beim Gewerbeamt an, freiberufliche Tätigkeiten wie Beratung, Schreiben oder Gestaltung brauchen das nicht. In beiden Fällen schickst du innerhalb eines Monats den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER ans Finanzamt. Die Registrierung bei ELSTER dauert rund zwei Wochen, beantrag sie also früh.

Wie bin ich krankenversichert?

Bleibt die Anstellung deine Haupttätigkeit, bist du in der Regel weiter über sie versichert. Ob deine Selbstständigkeit als Haupt- oder Nebentätigkeit gilt, entscheidet die Krankenkasse nach Zeitaufwand und Einkommen. Melde ihr die Gründung und lass dir die Einstufung bestätigen.

Bekomme ich auch im Nebenerwerb einen Förderkredit?

Ja, der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW ist ausdrücklich auch für Gründungen im Nebenerwerb gedacht. Mehr dazu unter „Du brauchst Geld für den Start“.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüf deinen Arbeitsvertrag und hol die Zustimmung zur Nebentätigkeit schriftlich ein, wenn sie nötig ist.
  2. Beantrag deinen ELSTER-Zugang, bevor du startest.
  3. Melde ein Gewerbe vor dem Start an und schick den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats.
  4. Informier deine Krankenkasse und lass dir die Einstufung bestätigen.

Ob die Kleinunternehmerregelung für dich passt, steht unter Steuern.

Du willst wissen, ob deine Idee trägt

Ob jemand für deine Idee bezahlt, findest du am besten heraus, bevor du viel Geld investierst.

Wie teste ich meine Idee, bevor ich viel Geld ausgebe?

Sprich mit Menschen aus deiner Zielgruppe, bevor du dein Angebot fertig baust: Welches Problem haben sie, was zahlen sie heute dafür, was fehlt ihnen? Ein kleines Pilotangebot oder eine Vorbestellung zeigt dir mehr als jede Umfrage, weil echte Zahlungsbereitschaft sichtbar wird.

Wer genau ist meine Kundin?

Je genauer du sie beschreibst, desto leichter findest du sie, also mit Branche oder Lebenssituation, ihrem konkreten Problem und dem Ort, an dem sie sich informiert. „Alle Frauen“ oder „kleine Unternehmen“ ist zu breit, um gezielt zu werben.

Woher kommen die ersten Aufträge?

Meistens aus dem eigenen Netzwerk und über Empfehlungen. Sag den Menschen um dich herum konkret, was du anbietest und für wen. Bitte zufriedene erste Kundinnen um eine Empfehlung oder ein Feedback, das du zeigen darfst.

Brauche ich einen Businessplan?

Für dich ist er ein Werkzeug, um Idee, Zielgruppe, Preise und Geldbedarf durchzudenken. Pflicht wird er, sobald du einen Förderkredit, den Gründungszuschuss oder Geld von Investorinnen willst. Kostenlose Vorlagen und Beratung gibt es bei IHK und Handwerkskammer.

Was du jetzt tun kannst

  1. Führ fünf bis zehn Gespräche mit Menschen aus deiner Zielgruppe, bevor du dein Angebot festlegst.
  2. Beschreib deine erste Kundin in drei Sätzen: wer sie ist, welches Problem sie hat, wo du sie erreichst.
  3. Biete ein Pilotangebot zuerst in deinem Netzwerk an.
  4. Mach einen Termin bei der Gründungsberatung deiner IHK oder Handwerkskammer.

Du legst deine Preise fest

Der Preis entscheidet, ob du von deinem Unternehmen leben kannst. Gerechnet wird er von deinen Kosten aus.

Wie rechne ich einen Preis, von dem ich leben kann?

Rechne von deinen Kosten aus, nicht von dem, was andere verlangen. Zähl deine Betriebskosten im Jahr zusammen, dazu das Gehalt, das du dir zahlen willst, plus Krankenversicherung, Altersvorsorge und Steuern. Teil die Summe durch die Stunden, die du realistisch abrechnen kannst, denn Akquise, Verwaltung, Urlaub und Krankheit bezahlt dir niemand. Das Ergebnis ist deine Untergrenze.

Was, wenn mein Preis über dem der anderen liegt?

Prüf zuerst, ob deine Rechnung stimmt, und dann, was dein Angebot von anderen unterscheidet. Ein Preis unter deiner Untergrenze ist auf Dauer keine Lösung, auch wenn er die ersten Aufträge leichter macht. Pakete oder Festpreise machen den Unterschied oft leichter verständlich als ein Stundensatz.

Was ist eine BWA, und brauche ich sie wirklich?

Die betriebswirtschaftliche Auswertung fasst deine Buchhaltung jeden Monat zusammen: Umsatz, Kosten, Ergebnis. Vorgeschrieben ist sie nicht, aber sie zeigt dir früh, ob dein Preis trägt und ob du dir dein Gehalt leisten kannst. Banken fragen bei Krediten danach. Du bekommst sie aus deiner Buchhaltungssoftware oder von deiner Steuerberaterin.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schreib deine Jahreskosten und dein Wunschgehalt mit Versicherung und Vorsorge auf und teil die Summe durch deine abrechenbaren Stunden.
  2. Prüf, ob dein aktueller Preis über dieser Untergrenze liegt.
  3. Richte deine Buchhaltung so ein, dass du jeden Monat eine BWA bekommst.
  4. Leg dir einen festen Termin im Monat, an dem du BWA und Kontostand mit deinem Plan vergleichst.

Wie viel du für Steuern zurücklegen solltest, steht unter Steuern.

Du brauchst Geld für den Start

Viele Gründungen kommen mit wenig Geld aus. Mehr als vier von zehn Konzepten, die bei den IHKs landen, haben aber Lücken bei der Finanzierung (DIHK, 2026).

Wie viel Geld brauche ich?

38 % der Gründenden sind 2025 mit höchstens 1.000 € gestartet (KfW, 2026). Wichtiger als die Summe ist ein Plan, der Anschaffungen, laufende Kosten bis zu den ersten Einnahmen und deine privaten Ausgaben abdeckt, mit Puffer.

Welche Förderkredite gibt es?

Der wichtigste Einstieg ist der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW: bis 200.000 €, auch im Nebenerwerb und bis fünf Jahre nach dem Start. Die KfW übernimmt dabei 80 % des Risikos deiner Bank, Eigenkapital wird nicht vorausgesetzt. Beantragen musst du ihn über eine Bank, bevor du mit dem Vorhaben beginnst. Daneben haben die Bundesländer eigene Förderbanken.

Wann passen Business Angels oder Investorinnen?

Beteiligungskapital passt zu Unternehmen, die schnell wachsen sollen und dafür viel Geld brauchen. Du gibst dafür Anteile ab. Für die meisten Dienstleistungen und Soloselbstständigen sind ein Förderkredit oder eigenes Geld der passendere Weg. Am She Owns Day kannst du in der Founders Lounge Investor:innen und andere Gründerinnen kennenlernen.

Gibt es Stipendien, wenn ich von der Hochschule komme?

Ja, über EXIST. Das Gründungsstipendium zahlt bis zu ein Jahr lang deinen Lebensunterhalt, mit Hochschulabschluss zum Beispiel 2.500 € im Monat, dazu Sachmittel und Coaching. Den Antrag stellt das Gründungsnetzwerk deiner Hochschule, und die Idee muss innovativ sein.

Was du jetzt tun kannst

  1. Stell einen Kapitalbedarfsplan auf, mit Anschaffungen, laufenden Kosten, privaten Ausgaben und Puffer.
  2. Sprich mit deiner Bank über das StartGeld, bevor du etwas unterschreibst oder kaufst.
  3. Prüf ehrlich, ob dein Unternehmen Beteiligungskapital braucht oder ob ein Kredit reicht.
  4. Kommst du von einer Hochschule, frag den Gründungsservice nach EXIST.

Du gründest mit Kind oder in der Elternzeit

Flexibilität ist für Gründerinnen das wichtigste Motiv. Mit Kind und in der Elternzeit gibt es rechtlich aber ein paar Fallen.

Darf ich in der Elternzeit gründen?

Ja, aber als Angestellte brauchst du dafür die Zustimmung deiner Arbeitgeberin. Ablehnen kann sie nur aus dringenden betrieblichen Gründen und nur innerhalb von vier Wochen schriftlich. Insgesamt darfst du in der Elternzeit bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten.

Wie wirkt sich die Gründung auf mein Elterngeld aus?

Bei Selbstständigen zählt der Gewinn aus dem Kalenderjahr vor der Geburt. Hast du vor der Geburt neben deiner Anstellung ein kleines Nebengewerbe, kann sich dieser Zeitraum für dein ganzes Einkommen verschieben, und das Elterngeld fällt anders aus als erwartet. Was du während des Elterngelds verdienst, wird angerechnet.

Gibt es Mutterschutz für Selbstständige?

Einen gesetzlichen Mutterschutz wie für Angestellte gibt es Stand Oktober 2026 noch nicht, angekündigt ist er seit Längerem. Mutterschaftsgeld bekommst du heute nur, wenn du gesetzlich mit Anspruch auf Krankengeld versichert bist oder privat eine passende Krankentagegeldversicherung hast.

Wie plane ich mit wenig Zeit?

Plan mit den Stunden, die du wirklich hast. Ein Angebot, das sich in festen Blöcken erledigen lässt, passt besser als eines, bei dem du ständig erreichbar sein musst. Klärt früh, wer zu Hause wann übernimmt.

Was du jetzt tun kannst

  1. Willst du in der Elternzeit gründen, hol die Zustimmung deiner Arbeitgeberin schriftlich ein.
  2. Lass vor der Gründung bei der Elterngeldstelle durchrechnen, welcher Zeitraum bei dir zählt.
  3. Prüf deine Krankenversicherung auf Krankengeld oder Krankentagegeld, bevor du schwanger wirst.
  4. Leg fest, wie viele Stunden pro Woche du realistisch hast, und klärt die Betreuung.

Du gründest aus der Arbeitslosigkeit

Beim Gründungszuschuss kommt es auf die Reihenfolge an. Wer zu früh kündigt oder startet, verliert ihn oft.

Was ist der Gründungszuschuss, und bekomme ich ihn?

Du kannst ihn bekommen, wenn du Arbeitslosengeld beziehst, beim Start noch mindestens 150 Tage Anspruch hast und mit mindestens 15 Stunden pro Woche gründest. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, die Arbeitsagentur entscheidet im Einzelfall. Sechs Monate lang bekommst du dein Arbeitslosengeld plus 300 €, danach auf Antrag neun Monate lang 300 €.

Was brauche ich für den Antrag?

Eine fachkundige Stelle wie IHK, Handwerkskammer oder Gründungsberatung muss bestätigen, dass deine Idee tragfähig ist. Dafür brauchst du Businessplan, Finanzierungsplan und eine Umsatzvorschau. Die Kosten für diese Stellungnahme übernimmt die Arbeitsagentur nicht.

Kann ich kündigen und dann mit dem Zuschuss starten?

Das ist riskant. Wer selbst kündigt, führt die Arbeitslosigkeit selbst herbei, und eine Förderung ist dann in der Regel nicht möglich. Sprich vorher mit der Arbeitsagentur.

Und wenn ich Grundsicherung bekomme?

Dann kann dir das Jobcenter Einstiegsgeld zahlen, für höchstens 24 Monate und zusätzlich zur Grundsicherung. Auch hier entscheidet das Jobcenter im Einzelfall.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüf, ob du beim geplanten Start noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld hast.
  2. Sprich vor einer Kündigung und vor dem Start mit der Arbeitsagentur.
  3. Erstell Businessplan, Finanzierungsplan und Umsatzvorschau und leg sie einer fachkundigen Stelle vor.
  4. Bekommst du Grundsicherung, frag im Jobcenter nach dem Einstiegsgeld.

Du stellst die erste Person ein

Ein Viertel der Gründenden hatte 2025 schon Beschäftigte (KfW, 2026). Mit dem ersten Arbeitsvertrag kommen Meldepflichten, und der Aufwand für Bürokratie steigt deutlich.

Was muss ich tun, bevor die erste Person anfängt?

Du brauchst eine Betriebsnummer von der Bundesagentur für Arbeit, auch für Minijobs. Angestellte meldest du bei ihrer Krankenkasse an, Minijobberinnen bei der Minijob-Zentrale. Außerdem meldest du dein Unternehmen bei der zuständigen Berufsgenossenschaft an.

Minijob, Teilzeit oder Freelancerin?

Für den Einstieg ist ein Minijob oft am einfachsten. Mit Freelancerinnen bleibst du flexibler, musst aber aufpassen, dass sie nicht fest eingebunden und weisungsgebunden sind, sonst droht Scheinselbstständigkeit.

Kann ich mir das leisten?

Rechne mit mehr als dem Bruttolohn: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Unfallversicherung, Ausfallzeiten und deine Zeit fürs Einarbeiten. Ob die Kosten aus dem laufenden Ergebnis tragbar sind, zeigt dir deine BWA.

Was du jetzt tun kannst

  1. Beantrag die Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit.
  2. Finde deine Berufsgenossenschaft heraus und melde dein Unternehmen dort an.
  3. Rechne die Gesamtkosten der Stelle gegen deine BWA.

Was du bei Freelancerinnen und Arbeitsverträgen rechtlich beachten musst, steht unter Recht.

Du wirst länger krank

Als Selbstständige bezahlt dir niemand die Tage, an denen du krank bist. Absichern musst du dich selbst, und zwar bevor es passiert.

Bekomme ich als Selbstständige Krankengeld?

In der gesetzlichen Krankenversicherung nur, wenn du es ausdrücklich wählst. Dann zahlst du den allgemeinen statt des ermäßigten Beitragssatzes und bekommst ab dem 43. Tag Krankengeld. An diese Wahl bist du drei Jahre gebunden.

Und die ersten sechs Wochen?

Die deckt nur ein Wahltarif deiner Krankenkasse oder eine private Krankentagegeldversicherung ab. Bist du privat krankenversichert, brauchst du ein Krankentagegeld im Vertrag, und ab welchem Tag es zahlt, legst du selbst fest.

Wie viel Absicherung brauche ich?

So viel, dass deine festen Kosten weiterlaufen können, privat und im Unternehmen. Rechne aus, was du im Monat mindestens brauchst, und wähl das Krankentagegeld danach. Je später die Zahlung beginnt, desto günstiger ist der Beitrag, desto größer muss aber dein Polster sein.

Was du jetzt tun kannst

  1. Bist du gesetzlich versichert, gib bei deiner Krankenkasse die Wahlerklärung für Krankengeld ab.
  2. Prüf, ob du die ersten sechs Wochen mit Rücklagen überbrückst. Wenn nicht, schließ einen Wahltarif oder ein Krankentagegeld ab.
  3. Leg fest, wer im Notfall deine Kundinnen informiert und Zugriff auf Konten und Passwörter hat.

Was dir bei einer Krankheit rechtlich zusteht, wenn du angestellt bist, steht unter Recht.

Auftreten

Wie du im Alltag und im Job für dich einstehst, über deine Erfolge sprichst und Gehalt und Preise verhandelst.

Zur Säule

Du verhandelst dein Gehalt

Fast zwei Drittel der Beschäftigten (64 %) fühlen sich im Gehaltsgespräch unwohl (Stepstone, 2025). Mit guter Vorbereitung gehst du sicherer hinein.

Stimmt es, dass Frauen seltener nach mehr Geld fragen?

Nein. In Deutschland fragen Frauen und Männer gleich oft, nämlich 63 % mindestens einmal im Jahr. Der Unterschied liegt beim Ergebnis: 54 % der Frauen bekommen die Erhöhung, 59 % der Männer (Stepstone, 2019). Eine große Studie aus Australien zeigt dasselbe Muster (Artz u. a., 2018).

Warum fühlt sich Fordern trotzdem riskant an?

Weil das Risiko echt ist. In Experimenten wurden Frauen, die für sich selbst verhandelt haben, häufiger als unsympathisch bewertet als Männer mit derselben Forderung. Vorsicht ist also eine verständliche Reaktion, und es gibt Formulierungen, die dieses Risiko abfedern.

Wie begründe ich meine Forderung?

Verbinde sie mit der Zusammenarbeit. In einer Studie halfen Frauen zwei Sätze, mehr zu bekommen und trotzdem sympathisch zu wirken: dass ihre Führungskraft ihnen geraten hat, das Thema anzusprechen, und dass gutes Verhandeln eine Fähigkeit ist, die sie in den Job einbringen. Nenn dazu eine konkrete Zahl und begründe sie mit deinen Ergebnissen und dem Markt.

Bringt Vorbereitung etwas, wenn das Problem in der Struktur liegt?

Ja. Eine Auswertung von 51 Studien zeigt: Kennen Frauen den Spielraum, verschwindet ihr Nachteil (Mazei u. a., 2015).

Was du jetzt tun kannst

  1. Sammle deine Ergebnisse in Zahlen und leite daraus und aus dem Markt eine konkrete Forderung ab.
  2. Leg dir einen Satz zurecht, der deine Forderung mit der Zusammenarbeit verbindet.
  3. Übe das Gespräch laut, bis du dich darin sicher fühlst.

Ob du erfahren darfst, was Kolleg:innen verdienen, steht unter Recht.

Du sprichst über deine Erfolge

Ob im Jahresgespräch, in der Bewerbung oder beim Netzwerken: Wer die eigene Arbeit nicht sichtbar macht, wird leicht übersehen.

Warum fällt es mir schwer, meine Leistung gut darzustellen?

Damit bist du nicht allein, und es liegt nicht daran, dass du deine Leistung nicht kennst. In einer großen Studie bewerteten Frauen ihre Leistung deutlich schlechter als Männer mit dem gleichen Ergebnis, auch dann noch, als sie ihr Ergebnis kannten. Viele haben früh gelernt, dass Bescheidenheit bei Frauen besser ankommt, und dieses Muster wirkt nach.

Wie spreche ich über Erfolge, ohne anzugeben?

Bleib bei den Fakten: was du gemacht hast, was dabei herausgekommen ist und woran man das sieht, etwa an einer Zahl, einer Rückmeldung von Kundinnen oder einer gehaltenen Frist. Sag „ich“, wenn du es warst, und „wir“, wenn es das Team war. Eine sachliche Beschreibung wirkt nicht angeberisch, sie macht es anderen leicht, deine Arbeit einzuordnen.

Wie behalte ich den Überblick über meine Erfolge?

Führ eine einfache Liste, in die du jede Woche einträgst, was gut gelaufen ist, mit Datum und Ergebnis. Vor dem Jahresgespräch, einer Bewerbung oder einer Gehaltsverhandlung hast du dann alles beisammen und musst nicht aus dem Gedächtnis schöpfen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Leg eine Erfolgsliste an und trag diese Woche drei Dinge ein, die gut gelaufen sind.
  2. Schreib zu jedem Punkt dazu, woran man das Ergebnis sieht.
  3. Nimm die Liste mit ins nächste Jahresgespräch.

Wie du daraus eine Gehaltsforderung machst, steht unter Du verhandelst dein Gehalt.

Du sagst Nein

Viele Aufgaben im Job sind wichtig, zählen bei der Beförderung aber kaum, etwa Protokolle, die Weihnachtsfeier oder das Einarbeiten neuer Kolleginnen.

Warum landen solche Aufgaben so oft bei mir?

Das ist kein Zufall. In Experimenten der Ökonominnen Linda Babcock und Lise Vesterlund meldeten sich Frauen häufiger freiwillig für solche Aufgaben, und sie wurden auch häufiger darum gebeten, von Männern wie von Frauen. Es liegt also an Erwartungen und nicht an dir.

Wie sage ich Nein, ohne die Beziehung zu belasten?

Bedank dich für die Anfrage, sag klar ab und nenn kurz den Grund, etwa ein Projekt, das gerade Vorrang hat. Wenn du helfen willst, biete eine kleinere Alternative an, zum Beispiel eine Vorlage statt der ganzen Organisation. Ein freundliches, klares Nein kommt meistens besser an als ein zögerliches Ja, das du später zurücknimmst.

Was mache ich, wenn meine Chefin mich fragt?

Frag nach, was dafür liegen bleiben soll. Dann entscheidet sie, was Vorrang hat, und du musst die Zusatzaufgabe nicht neben allem anderen erledigen. Schlag außerdem vor, dass solche Aufgaben im Team reihum gehen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schreib auf, welche Zusatzaufgaben du gerade übernimmst und welche davon für deine Entwicklung zählen.
  2. Sag beim nächsten Mal freundlich Nein oder biete eine kleinere Alternative an.
  3. Fragt deine Chefin, frag zurück, was dafür liegen bleiben soll, und schlag vor, solche Aufgaben reihum zu verteilen.

Du sprichst in Meetings

Wer wie viel redet, hängt stark an den Spielregeln. In einer Studie mit 94 Gruppen verschwand der Unterschied bei der Redezeit, sobald alle einer Entscheidung zustimmen mussten (Karpowitz u. a., 2012).

Liegt es an mir, dass ich weniger Redezeit bekomme?

Nein. Beim Deutschen Geographentag 2019 hielten Männer 61 % der Redezeit in den Diskussionen, obwohl fast die Hälfte der Vortragenden Frauen waren (Aufenvenne u. a., 2021). Solche Muster entstehen aus der Situation, nicht aus deiner Persönlichkeit.

Was hilft, wenn ich unterbrochen werde?

Sprich weiter und benenn es ruhig, etwa mit „Ich mache den Gedanken kurz fertig.“ Leitest du das Meeting, setz Spielregeln: eine Runde, in der alle sprechen, bevor diskutiert wird.

Lohnt sich die erste Wortmeldung?

Ja. In wissenschaftlichen Seminaren stellten Frauen danach weniger Fragen, wenn ein Mann die erste Frage gestellt hatte. Wer früh spricht, verändert, wer danach spricht, auch für andere Frauen im Raum.

Was du jetzt tun kannst

  1. Bereite für dein nächstes Meeting eine Wortmeldung für die ersten Minuten vor.
  2. Leg dir einen Satz für Unterbrechungen zurecht.
  3. Schlag eine Runde vor, in der alle sprechen, bevor diskutiert wird.

Du reagierst auf Abwertung und blöde Sprüche

Ein Witz über dein Aussehen, ein „Das verstehst du nicht“ oder eine Bemerkung vor allen anderen: Darauf musst du nicht schlagfertig antworten, aber du darfst reagieren.

Wie reagiere ich auf einen abwertenden Spruch?

Benenne ruhig, was passiert ist, und bleib bei der Sache, zum Beispiel mit „Das finde ich nicht passend. Zurück zum Thema.“ Du musst dich weder rechtfertigen noch mit einem Gegenwitz kontern. Eine kurze, ruhige Antwort zeigt allen im Raum, dass du den Spruch bemerkt hast und das Gespräch weiterführst.

Und wenn ich im Moment nichts sage?

Das ist in Ordnung. Du kannst das Gespräch später unter vier Augen suchen und sagen, was dich gestört hat und was du dir künftig wünschst. Notier dir Datum, Situation und Wortlaut, vor allem wenn so etwas öfter vorkommt.

Was gilt, wenn es sexuelle Belästigung ist?

Sexuelle Belästigung im Job ist nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verboten. Du kannst dich bei deiner Arbeitgeberin beschweren, und sie muss dich schützen, auch wenn die Belästigung von Kundinnen, Kunden oder Patientinnen ausgeht. Das betrifft viele: In einer Studie hatten 13 % der erwerbstätigen Frauen in den drei Jahren davor sexuelle Belästigung im Job erlebt, mehr als die Hälfte davon durch Kundschaft oder andere Dritte (Antidiskriminierungsstelle des Bundes, 2019). Kostenlos beraten lässt du dich bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Was du jetzt tun kannst

  1. Leg dir einen ruhigen Satz zurecht, mit dem du einen Spruch benennst und zum Thema zurückkehrst.
  2. Hast du im Moment nichts gesagt, such später das Gespräch unter vier Augen.
  3. Notier Datum, Situation und Wortlaut. Bei sexueller Belästigung beschwer dich bei deiner Arbeitgeberin oder lass dich bei der Antidiskriminierungsstelle beraten.

Du stehst im Alltag für dich ein

In der Werkstatt, beim Vermieter, bei der Bank oder in der Arztpraxis entscheidet dein Auftreten oft mit, was du bekommst.

Bekomme ich andere Preise als Männer?

Manchmal. In einem Test in den USA nannten Autowerkstätten Frauen höhere Preise als Männern, wenn sie sagten, dass sie den üblichen Preis nicht kennen. Nannten sie einen realistischen Preis, verschwand der Unterschied. Und baten Frauen um einen Nachlass, bekamen sie ihn sogar häufiger als Männer.

Wie bereite ich mich auf so ein Gespräch vor?

Informier dich vorher über den üblichen Preis oder deine Rechte, etwa über Vergleichsportale, die Verbraucherzentrale oder deinen Mietvertrag. Sag im Gespräch, was du weißt, und frag nach einem Nachlass oder einer schriftlichen Bestätigung. Wer zeigt, dass sie sich auskennt, wird anders behandelt.

Was mache ich, wenn ich in der Arztpraxis nicht ernst genommen werde?

Schreib dir vorher auf, welche Beschwerden du seit wann hast und was du fragen willst, und nimm die Liste mit. Bitte darum, dass deine Beschwerden dokumentiert werden, und frag nach, warum eine Untersuchung nicht nötig ist. Du kannst dir jederzeit eine zweite Meinung bei einer anderen Ärztin holen und eine Begleitperson mitbringen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Informier dich vor dem nächsten Gespräch mit Werkstatt, Bank oder Vermieter über den üblichen Preis oder deine Rechte.
  2. Sag im Gespräch, was du weißt, und frag nach einem Nachlass.
  3. Nimm in die Arztpraxis eine Liste mit deinen Beschwerden und Fragen mit.

Du triffst Menschen zum ersten Mal

Auf Events, beim Netzwerken oder im neuen Job entstehen Kontakte, die dir später Türen öffnen.

Wie stelle ich mich vor?

Mit deinem Namen, dem, was du machst, und einem Satz dazu, woran du gerade arbeitest oder was dich interessiert. Das gibt deinem Gegenüber einen Anknüpfungspunkt. Üb die zwei, drei Sätze vorher laut, dann kommen sie auch im Gedränge flüssig.

Wie komme ich ins Gespräch, wenn ich niemanden kenne?

Stell dich zu Menschen, die allein stehen, oder zu einer offenen Gruppe, und frag nach etwas, das ihr gerade gemeinsam erlebt, zum Beispiel nach dem letzten Vortrag. Gute Fragen bringen dich weiter als kluge Sätze. Frag am Ende, ob ihr in Kontakt bleiben wollt, und notier dir, worüber ihr gesprochen habt.

Ist es berechnend, Kontakte für den Job zu nutzen?

Viele Frauen empfinden das so, das zeigt eine Interviewstudie mit Führungsfrauen aus großen Unternehmen. Netzwerke beruhen aber auf Gegenseitigkeit. Du darfst um Rat oder eine Empfehlung bitten und hilfst anderen umgekehrt genauso, und wer nie fragt, nimmt anderen die Chance, zu helfen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Formulier zwei, drei Sätze, mit denen du dich vorstellst, und üb sie laut.
  2. Sprich beim nächsten Event zuerst Menschen an, die allein stehen, und frag nach dem gemeinsamen Erlebnis.
  3. Bitte diese Woche eine Person aus deinem Netzwerk um Rat oder eine Empfehlung.

Passende Netzwerke findest du unter Netzwerke.

Du wechselst den Job

Beim Jobwechsel wird dein Gehalt neu verhandelt. Das ist deine Chance auf einen größeren Sprung als bei einer Erhöhung im bestehenden Job.

Woher weiß ich, was die Stelle wert ist?

Nur jede achte Stellenanzeige in Deutschland nennt ein Gehalt (Indeed Hiring Lab, 2026). Eine erste Orientierung gibt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, er zeigt mittlere Gehälter nach Beruf, Region, Alter und Geschlecht. Frag im Gespräch außerdem nach der Spanne, die für die Stelle vorgesehen ist.

Macht es einen Unterschied, ob klar ist, dass verhandelt werden darf?

Einen großen. In einem Experiment mit rund 2.500 Bewerbenden verschwand der Unterschied zwischen Frauen und Männern, sobald in der Anzeige stand, dass das Gehalt verhandelbar ist (Leibbrandt und List, 2015). Diese Klarheit kannst du selbst schaffen, indem du fragst, welchen Spielraum es für die Position gibt.

Muss ich mein bisheriges Gehalt nennen?

Die Frage ist in Deutschland bisher nicht ausdrücklich verboten, die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz soll das ändern, ist aber noch nicht umgesetzt. Du kannst die Frage auf deine Vorstellung für die neue Rolle lenken. Die richtet sich nach der Stelle und dem Markt, nicht nach deinem alten Vertrag.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schlag deinen Beruf und deine Region im Entgeltatlas nach und leite daraus deine Zahl ab.
  2. Frag im Gespräch nach der Gehaltsspanne und dem Spielraum.
  3. Bereite einen Satz vor, mit dem du von deinem bisherigen Gehalt auf deine Vorstellung für die neue Rolle lenkst.

Am She Owns Day kannst du in der Corporate Lounge direkt mit Unternehmen sprechen, die einstellen.

Du bist selbstständig und verhandelst Preise

Gut vier von zehn Solo-Selbstständigen sind Frauen (WSI, 2025). Zu niedrige Preise sind dabei kein Einzelfall, sondern ein Muster des ganzen Marktes.

Bin ich mit niedrigen Preisen die Ausnahme?

Nein. In einer Umfrage unter mehr als 3.600 Solo-Selbstständigen lag mehr als jeder dritte Auftrag unter der Honorarempfehlung des jeweiligen Berufs, nur 7 % darüber (Haus der Selbstständigen, 2022).

Was bringt es mir, Referenzpreise zu kennen?

Sehr viel. Wer den Spielraum kennt, verhandelt nachweislich besser, Frauen schneiden dann sogar besser ab als Männer. Deine Referenz sind die Honorarempfehlungen deines Berufsverbands oder eine Gebührenordnung.

Für andere verhandle ich leichter als für mich. Kann ich das nutzen?

Ja, das ist gut belegt: Verhandeln Frauen für andere, erzielen sie bessere Ergebnisse. Als Unternehmerin verhandelst du für dein Unternehmen, dein Team und die Qualität, die deine Kundinnen bekommen. Das ist keine Ausrede, sondern genau das, was du tust.

Wann erhöhe ich meine Preise?

Plan es fest ein, statt auf den richtigen Moment zu warten. Kündige die Erhöhung mit Datum und Begründung an, zum Beispiel gestiegene Kosten oder ein erweitertes Angebot. So können deine Kundinnen planen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Such die Honorarempfehlung deines Berufsverbands heraus und vergleich sie mit deinem Satz.
  2. Schreib dein nächstes Angebot aus Sicht deines Unternehmens, zum Beispiel „Für dieses Ergebnis kalkulieren wir …“.
  3. Leg ein Datum für deine nächste Preiserhöhung fest und kündige sie mit Begründung an.

Wie du einen Preis rechnest, von dem du leben kannst, steht unter Gründung.

Du willst als Expertin sichtbar werden

Expertinnen gibt es genug. Gefragt wird aber, wen Redaktionen unter Zeitdruck schon kennen.

Wie komme ich auf die Liste der Redaktionen?

Indem du auffindbar bist, bevor die Anfrage kommt. Trag dich in Expertinnen-Datenbanken ein, etwa bei speakerinnen.org, und sag in einem Satz, wofür genau du zitierfähig bist. Redaktionen suchen nach Themen, nicht nach Lebensläufen.

Bringt LinkedIn wirklich etwas?

Ja, wenn du gefunden wirst. Profile von Frauen werden in den Suchen von Recruiterinnen und Recruitern 13 % seltener angeklickt als die von Männern (LinkedIn, 2019). Eine klare Fachbezeichnung in der Überschrift und regelmäßige eigene Beiträge zu einem Thema machen dich auffindbar.

Wie bereite ich mich auf ein Interview vor?

Leg dir zwei oder drei Kernaussagen fest, die du unabhängig von der Frage unterbringst. Redaktionen zitieren kurze, klare Sätze, und wer einmal gut zitierbar war, wird wieder angefragt.

Was du jetzt tun kannst

  1. Formulier einen Satz, wofür du als Expertin zitierfähig bist, und setz ihn in deine LinkedIn-Überschrift.
  2. Trag dich in eine Expertinnen-Datenbank ein, etwa bei speakerinnen.org.
  3. Schreib vor jedem Interview zwei oder drei Kernaussagen auf.

Du stehst auf einer Bühne

Auf großen deutschen Tech-Konferenzen waren 2019 knapp drei von zehn Speakern Frauen (Berlin School of Business and Innovation, 2020). Bühnenplätze werden über Netzwerke und Sichtbarkeit vergeben.

Wie komme ich überhaupt auf eine Bühne?

Veranstalter suchen oft kurzfristig, und gefragt wird, wer mit Thema und Kurzbiografie auffindbar ist. Speakerinnen.org hilft dabei und zeigt außerdem, welche Events kaum Frauen einladen.

Was bringt mir die Fragerunde nach dem Vortrag?

Mehr, als du denkst. Nach Vorträgen von Frauen beteiligen sich auch mehr Frauen an der Diskussion, und stellt eine Frau die erste Frage, melden sich danach mehr Frauen. Rufst du die erste Frage selbst auf, prägst du die ganze Runde.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schreib ein Vortragsthema und eine Kurzbiografie in drei Sätzen und mach beides auffindbar.
  2. Ruf bei deinem nächsten Vortrag die erste Frage aus dem Publikum gezielt auf.

Du kommst aus der Elternzeit zurück

Mütter planen im Schnitt fast 15 Monate Elterngeld, Väter knapp vier (Statistisches Bundesamt, 2026). Das Gespräch über die Rückkehr ist deshalb meistens eins, das Frauen führen.

Kann ich in Teilzeit zurückkommen und später wieder aufstocken?

In Betrieben mit mehr als 45 Beschäftigten kannst du eine Brückenteilzeit beantragen: Du reduzierst für ein bis fünf Jahre und kehrst danach zu deiner alten Stundenzahl zurück. Reduzierst du ohne Brückenteilzeit unbefristet, hast du später keinen Anspruch darauf, wieder aufzustocken.

Was bespreche ich im Rückkehrgespräch?

Kläre Aufgaben, Stunden und Gehalt, bevor du zurückkommst, und halte alles schriftlich fest. Frag auch, welche Gehaltserhöhungen es im Team während deiner Abwesenheit gab, damit du weißt, worüber du verhandelst.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüf, ob dein Betrieb mehr als 45 Beschäftigte hat, und beantrag eine Reduzierung als Brückenteilzeit.
  2. Frag schriftlich nach den Gehaltserhöhungen während deiner Elternzeit.
  3. Halte Aufgaben, Stunden und Gehalt nach dem Gespräch schriftlich fest.

Welche Rechte du rund um Elternzeit und Kündigungsschutz hast, steht unter Recht.

Du willst aufsteigen

Frauen fragen genauso oft nach einer Beförderung wie Männer. Was fehlt, ist oft konkretes Feedback, mit dem sich die nächste Stufe begründen lässt.

Mein Feedback ist immer gut, aber ich komme nicht weiter. Warum?

Frauen bekommen in Beurteilungen seltener konkrete Rückmeldungen zu ihren Ergebnissen, sowohl beim Lob als auch bei dem, was noch fehlt. Mit „Du machst das toll“ kommst du in der Beförderungsrunde nicht weit. Frag deshalb gezielt, welche zwei Ergebnisse dir für die nächste Stufe fehlen.

Wie verhandle ich für mein Team?

Mit gutem Gefühl, denn für andere verhandeln Frauen nachweislich besonders erfolgreich. Budget, Stellen und Gehälter für dein Team sind genau so eine Situation, und dieselbe Vorbereitung hilft dir auch für deine eigene Position.

Was du jetzt tun kannst

  1. Frag deine Führungskraft, welche zwei Ergebnisse dir für die nächste Stufe fehlen.
  2. Bring zum Gespräch über die Beförderung deine Ergebnisse in Zahlen mit.

Mit KI lernen, an Fakten prüfen

KI macht Wissen leichter zugänglich, beim Steuerbescheid genauso wie beim Ehevertrag oder bei der Gehaltsverhandlung. Sie liegt aber auch nachweislich daneben, deshalb steht auf jeder Wissensseite, wobei sie dir bei genau diesem Thema hilft und wo du aufpassen musst.

Unser Ansatz: Wissen, das Expertinnen kuratiert und geprüft haben, lernst du mit KI schneller. Und wer einmal geübt hat, Antworten zu prüfen, nutzt KI überall sicherer.

Wir arbeiten an regelmäßigen Calls mit unseren Expertinnen zu jeder Säule. Wer im Newsletter ist, erfährt als Erste davon.

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Alle sechs Säulen live auf der Bühne.

30. Oktober 2027, Infinity München.

Das sind Hinweise zur Orientierung, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Alle Angaben gelten für Deutschland.

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