Wie du neben dem Job startest, deine Idee prüfst, Preise rechnest, an Geld kommst und die erste Person einstellst.
Zu den FragenMehr Tipps aus der Praxis teilen wir laufend auf Instagram und LinkedIn, bald auch im Podcast. Ausführlichere Formate sind in Arbeit.
Die Auswahl stützt sich auf den KfW-Gründungsmonitor mit Daten aus 2025. Alle Zahlen gelten für Deutschland.
Gründerinnen haben 2025 im Nebenerwerb angefangen, meistens neben einer Anstellung. Was du dabei anmelden und klären musst, steht unter Du gründest neben dem Job.
Eigene Berechnung nach KfW, 2026
der Gründenden nennen die Suche nach Kundinnen und Kunden als Hürde. Wie du deine Idee testest, bevor du viel Geld ausgibst, steht unter Du willst wissen, ob deine Idee trägt.
KfW, 2026
der Gründerinnen haben mehr Geld gebraucht als geplant, bei den Gründern waren es 26 %. Ein Puffer im Plan schützt vor Engpässen, mehr unter Du brauchst Geld für den Start.
KfW, 2026
Sieben von zehn Gründungen starten im Nebenerwerb, die Hälfte davon mit höchstens zehn Stunden pro Woche. Bürokratie ist dabei fast doppelt so oft das größte Hindernis wie bei Gründungen im Vollerwerb (KfW, 2026).
Schau zuerst in deinen Arbeitsvertrag. Viele Verträge verlangen, dass du eine Nebentätigkeit anzeigst oder genehmigen lässt, dann holst du die Zustimmung schriftlich ein. Direkte Konkurrenz zu deiner Arbeitgeberin ist in der Regel nicht erlaubt.
Ein Gewerbe meldest du vor dem Start beim Gewerbeamt an, freiberufliche Tätigkeiten wie Beratung, Schreiben oder Gestaltung brauchen das nicht. In beiden Fällen schickst du innerhalb eines Monats den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER ans Finanzamt. Die Registrierung bei ELSTER dauert rund zwei Wochen, beantrag sie also früh.
Bleibt die Anstellung deine Haupttätigkeit, bist du in der Regel weiter über sie versichert. Ob deine Selbstständigkeit als Haupt- oder Nebentätigkeit gilt, entscheidet die Krankenkasse nach Zeitaufwand und Einkommen. Melde ihr die Gründung und lass dir die Einstufung bestätigen.
Ja, der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW ist ausdrücklich auch für Gründungen im Nebenerwerb gedacht. Mehr dazu unter „Du brauchst Geld für den Start“.
Ob die Kleinunternehmerregelung für dich passt, steht unter Steuern.
Ob jemand für deine Idee bezahlt, findest du am besten heraus, bevor du viel Geld investierst.
Sprich mit Menschen aus deiner Zielgruppe, bevor du dein Angebot fertig baust: Welches Problem haben sie, was zahlen sie heute dafür, was fehlt ihnen? Ein kleines Pilotangebot oder eine Vorbestellung zeigt dir mehr als jede Umfrage, weil echte Zahlungsbereitschaft sichtbar wird.
Je genauer du sie beschreibst, desto leichter findest du sie, also mit Branche oder Lebenssituation, ihrem konkreten Problem und dem Ort, an dem sie sich informiert. „Alle Frauen“ oder „kleine Unternehmen“ ist zu breit, um gezielt zu werben.
Meistens aus dem eigenen Netzwerk und über Empfehlungen. Sag den Menschen um dich herum konkret, was du anbietest und für wen. Bitte zufriedene erste Kundinnen um eine Empfehlung oder ein Feedback, das du zeigen darfst.
Für dich ist er ein Werkzeug, um Idee, Zielgruppe, Preise und Geldbedarf durchzudenken. Pflicht wird er, sobald du einen Förderkredit, den Gründungszuschuss oder Geld von Investorinnen willst. Kostenlose Vorlagen und Beratung gibt es bei IHK und Handwerkskammer.
Der Preis entscheidet, ob du von deinem Unternehmen leben kannst. Gerechnet wird er von deinen Kosten aus.
Rechne von deinen Kosten aus, nicht von dem, was andere verlangen. Zähl deine Betriebskosten im Jahr zusammen, dazu das Gehalt, das du dir zahlen willst, plus Krankenversicherung, Altersvorsorge und Steuern. Teil die Summe durch die Stunden, die du realistisch abrechnen kannst, denn Akquise, Verwaltung, Urlaub und Krankheit bezahlt dir niemand. Das Ergebnis ist deine Untergrenze.
Prüf zuerst, ob deine Rechnung stimmt, und dann, was dein Angebot von anderen unterscheidet. Ein Preis unter deiner Untergrenze ist auf Dauer keine Lösung, auch wenn er die ersten Aufträge leichter macht. Pakete oder Festpreise machen den Unterschied oft leichter verständlich als ein Stundensatz.
Die betriebswirtschaftliche Auswertung fasst deine Buchhaltung jeden Monat zusammen: Umsatz, Kosten, Ergebnis. Vorgeschrieben ist sie nicht, aber sie zeigt dir früh, ob dein Preis trägt und ob du dir dein Gehalt leisten kannst. Banken fragen bei Krediten danach. Du bekommst sie aus deiner Buchhaltungssoftware oder von deiner Steuerberaterin.
Wie viel du für Steuern zurücklegen solltest, steht unter Steuern.
Viele Gründungen kommen mit wenig Geld aus. Mehr als vier von zehn Konzepten, die bei den IHKs landen, haben aber Lücken bei der Finanzierung (DIHK, 2026).
38 % der Gründenden sind 2025 mit höchstens 1.000 € gestartet (KfW, 2026). Wichtiger als die Summe ist ein Plan, der Anschaffungen, laufende Kosten bis zu den ersten Einnahmen und deine privaten Ausgaben abdeckt, mit Puffer.
Der wichtigste Einstieg ist der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW: bis 200.000 €, auch im Nebenerwerb und bis fünf Jahre nach dem Start. Die KfW übernimmt dabei 80 % des Risikos deiner Bank, Eigenkapital wird nicht vorausgesetzt. Beantragen musst du ihn über eine Bank, bevor du mit dem Vorhaben beginnst. Daneben haben die Bundesländer eigene Förderbanken.
Beteiligungskapital passt zu Unternehmen, die schnell wachsen sollen und dafür viel Geld brauchen. Du gibst dafür Anteile ab. Für die meisten Dienstleistungen und Soloselbstständigen sind ein Förderkredit oder eigenes Geld der passendere Weg. Am She Owns Day kannst du in der Founders Lounge Investor:innen und andere Gründerinnen kennenlernen.
Ja, über EXIST. Das Gründungsstipendium zahlt bis zu ein Jahr lang deinen Lebensunterhalt, mit Hochschulabschluss zum Beispiel 2.500 € im Monat, dazu Sachmittel und Coaching. Den Antrag stellt das Gründungsnetzwerk deiner Hochschule, und die Idee muss innovativ sein.
Flexibilität ist für Gründerinnen das wichtigste Motiv. Mit Kind und in der Elternzeit gibt es rechtlich aber ein paar Fallen.
Ja, aber als Angestellte brauchst du dafür die Zustimmung deiner Arbeitgeberin. Ablehnen kann sie nur aus dringenden betrieblichen Gründen und nur innerhalb von vier Wochen schriftlich. Insgesamt darfst du in der Elternzeit bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten.
Bei Selbstständigen zählt der Gewinn aus dem Kalenderjahr vor der Geburt. Hast du vor der Geburt neben deiner Anstellung ein kleines Nebengewerbe, kann sich dieser Zeitraum für dein ganzes Einkommen verschieben, und das Elterngeld fällt anders aus als erwartet. Was du während des Elterngelds verdienst, wird angerechnet.
Einen gesetzlichen Mutterschutz wie für Angestellte gibt es Stand Oktober 2026 noch nicht, angekündigt ist er seit Längerem. Mutterschaftsgeld bekommst du heute nur, wenn du gesetzlich mit Anspruch auf Krankengeld versichert bist oder privat eine passende Krankentagegeldversicherung hast.
Plan mit den Stunden, die du wirklich hast. Ein Angebot, das sich in festen Blöcken erledigen lässt, passt besser als eines, bei dem du ständig erreichbar sein musst. Klärt früh, wer zu Hause wann übernimmt.
Beim Gründungszuschuss kommt es auf die Reihenfolge an. Wer zu früh kündigt oder startet, verliert ihn oft.
Du kannst ihn bekommen, wenn du Arbeitslosengeld beziehst, beim Start noch mindestens 150 Tage Anspruch hast und mit mindestens 15 Stunden pro Woche gründest. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, die Arbeitsagentur entscheidet im Einzelfall. Sechs Monate lang bekommst du dein Arbeitslosengeld plus 300 €, danach auf Antrag neun Monate lang 300 €.
Eine fachkundige Stelle wie IHK, Handwerkskammer oder Gründungsberatung muss bestätigen, dass deine Idee tragfähig ist. Dafür brauchst du Businessplan, Finanzierungsplan und eine Umsatzvorschau. Die Kosten für diese Stellungnahme übernimmt die Arbeitsagentur nicht.
Das ist riskant. Wer selbst kündigt, führt die Arbeitslosigkeit selbst herbei, und eine Förderung ist dann in der Regel nicht möglich. Sprich vorher mit der Arbeitsagentur.
Dann kann dir das Jobcenter Einstiegsgeld zahlen, für höchstens 24 Monate und zusätzlich zur Grundsicherung. Auch hier entscheidet das Jobcenter im Einzelfall.
Ein Viertel der Gründenden hatte 2025 schon Beschäftigte (KfW, 2026). Mit dem ersten Arbeitsvertrag kommen Meldepflichten, und der Aufwand für Bürokratie steigt deutlich.
Du brauchst eine Betriebsnummer von der Bundesagentur für Arbeit, auch für Minijobs. Angestellte meldest du bei ihrer Krankenkasse an, Minijobberinnen bei der Minijob-Zentrale. Außerdem meldest du dein Unternehmen bei der zuständigen Berufsgenossenschaft an.
Für den Einstieg ist ein Minijob oft am einfachsten. Mit Freelancerinnen bleibst du flexibler, musst aber aufpassen, dass sie nicht fest eingebunden und weisungsgebunden sind, sonst droht Scheinselbstständigkeit.
Rechne mit mehr als dem Bruttolohn: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Unfallversicherung, Ausfallzeiten und deine Zeit fürs Einarbeiten. Ob die Kosten aus dem laufenden Ergebnis tragbar sind, zeigt dir deine BWA.
Was du bei Freelancerinnen und Arbeitsverträgen rechtlich beachten musst, steht unter Recht.
Als Selbstständige bezahlt dir niemand die Tage, an denen du krank bist. Absichern musst du dich selbst, und zwar bevor es passiert.
In der gesetzlichen Krankenversicherung nur, wenn du es ausdrücklich wählst. Dann zahlst du den allgemeinen statt des ermäßigten Beitragssatzes und bekommst ab dem 43. Tag Krankengeld. An diese Wahl bist du drei Jahre gebunden.
Die deckt nur ein Wahltarif deiner Krankenkasse oder eine private Krankentagegeldversicherung ab. Bist du privat krankenversichert, brauchst du ein Krankentagegeld im Vertrag, und ab welchem Tag es zahlt, legst du selbst fest.
So viel, dass deine festen Kosten weiterlaufen können, privat und im Unternehmen. Rechne aus, was du im Monat mindestens brauchst, und wähl das Krankentagegeld danach. Je später die Zahlung beginnt, desto günstiger ist der Beitrag, desto größer muss aber dein Polster sein.
Was dir bei einer Krankheit rechtlich zusteht, wenn du angestellt bist, steht unter Recht.
Das sind Hinweise zur Orientierung, keine Steuer-, Rechts- oder Förderberatung. Für deine Situation sprich mit einer Steuerberaterin und einer Anwältin. Alle Angaben gelten für Deutschland, Stand Oktober 2026. Wir arbeiten daran, das Wissen länderübergreifend aufzusetzen.
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Eine KI hilft dir beim ersten Entwurf: Sie gliedert deinen Businessplan, sammelt Fragen für die Gespräche mit deinen ersten Kundinnen, spielt eine Preisrechnung durch und formuliert Texte für dein Angebot. Bei den IHKs landen inzwischen viele Businesspläne, die mit KI erstellt wurden.
Als ehrliche Kritikerin taugt sie allerdings wenig. Eine Studie von Stanford und Carnegie Mellon hat 2026 gezeigt, dass KI-Modelle Nutzerinnen und Nutzern deutlich häufiger recht geben als Menschen. Fragst du sie, ob deine Idee gut ist, bekommst du eher Zustimmung als Widerspruch. Dazu kommen veraltete Angaben: Das StartGeld wurde Ende 2025 von 125.000 auf 200.000 € erhöht, eine KI, die mit älteren Texten gelernt hat, kennt womöglich nur den alten Wert. Prüf Marktzahlen an echten Quellen und Förderprogramme auf den Seiten von KfW und Arbeitsagentur.
Das sind Hinweise zur Orientierung, keine Steuer-, Rechts- oder Förderberatung. Für deine Situation sprich mit einer Steuerberaterin und einer Anwältin. Alle Angaben gelten für Deutschland, Stand Oktober 2026. Wir arbeiten daran, das Wissen länderübergreifend aufzusetzen.
Den Tipp habe ich am Anfang bekommen: Mach dir eine BWA. Natürlich war mir klar, dass ich wissen muss, was ich verdiene. Aber eine BWA hatte ich vorher nicht, und ich hätte auch nicht gewusst, wie man so etwas macht.
Heute ist das mit KI leichter. Aber planen musst du trotzdem selbst: Welchen Umsatz kannst du realistisch schaffen, welche Ausgaben hast du?
Am Anfang macht das Angst, weil du plötzlich Zahlen hast, die du erreichen musst. Aber die BWA ist ein super wichtiges Tool und kein Detail. Sie ist essentiell.
30. Oktober 2027, Infinity München. Dort erfährst du auch, wie es mit unserer Wissensplattform weitergeht.