Antworten auf die Rechtsfragen, die im Job, in der Selbstständigkeit und in der Familie am häufigsten aufkommen, und wann du besser eine Anwältin fragst.
Zu den FragenMehr Tipps aus der Praxis teilen wir laufend auf Instagram und LinkedIn, bald auch im Podcast. Ausführlichere Formate sind in Arbeit.
Die Auswahl stützt sich auf die Zahlungen der Rechtsschutzversicherer, amtliche Statistiken und große Umfragen. Alle Zahlen gelten für Deutschland.
aller Zahlungen der Rechtsschutzversicherer gehen auf Streit im Job zurück. Was dann gilt, steht unter Du bist angestellt.
GDV, 2026
der Eltern haben rund um die Schwangerschaft Benachteiligung im Job erlebt. Viele Rechte greifen nur, wenn du sie rechtzeitig einforderst, siehe Du bekommst ein Kind.
Antidiskriminierungsstelle des Bundes, 2022
Menschen in Deutschland haben kein Testament. Ohne Trauschein erbt ihr dann nicht voneinander, mehr unter Ihr lebt ohne Trauschein zusammen.
Finanztip, 2025
Im Job wird am häufigsten über Kündigungen, Abfindungen und ausstehendes Gehalt gestritten.
Geschützt bist du, wenn du länger als sechs Monate im Betrieb bist und dort mehr als zehn Menschen arbeiten. Dann braucht deine Arbeitgeberin einen sozial gerechtfertigten Grund. Wehren kannst du dich aber nur innerhalb von drei Wochen nach der Kündigung, danach ist sie wirksam.
Einen automatischen Anspruch hast du in der Regel nicht. Abfindungen werden verhandelt, meistens im Zuge einer Kündigungsschutzklage.
Unterschreib ihn nicht im ersten Gespräch. Einmal unterschrieben, kannst du ihn nicht widerrufen, und die Arbeitsagentur kann dir das Arbeitslosengeld für bis zu zwölf Wochen sperren.
In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten kannst du erfahren, was eine vergleichbare Gruppe im Mittel verdient. Die Anfrage geht an den Betriebsrat oder, wenn es keinen gibt, an die Arbeitgeberin.
Bei Selbstständigen geht es im Streit meistens um Verträge und um Rechnungen, die nicht bezahlt werden.
Ein Vertrag gilt auch per Mail oder per Handschlag. Im Streit hilft dir aber nur, was du belegen kannst. Halte deshalb Leistung, Preis, Zahlungsziel und Haftung schriftlich fest, oft reicht schon eine bestätigende Mail.
Davon raten wir ab. Vorlagen passen selten zu deinem Geschäft, und unwirksame Klauseln gelten einfach nicht. Verkaufst du an Privatkundinnen, kann eine fehlerhafte Klausel sogar abgemahnt werden.
Begrenzen kannst du sie, ganz ausschließen nicht. Für Vorsatz und für Schäden an Leben oder Gesundheit haftest du immer, bei grober Fahrlässigkeit in aller Regel auch. Für den Rest gibt es die Berufshaftpflicht.
Das kann passieren, wenn du überwiegend für eine Auftraggeberin arbeitest, nach ihren Vorgaben und eingebunden in ihr Team. Klarheit bringt ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung.
Mahne sie nach Ablauf des Zahlungsziels und verlang Verzugszinsen. Zahlt sie dann immer noch nicht, kannst du den gerichtlichen Mahnbescheid online selbst beantragen.
Viele deiner Rechte rund um Schwangerschaft und Elternzeit gelten nur, wenn du sie rechtzeitig und schriftlich einforderst.
In der Regel darf deine Arbeitgeberin das nicht, vom Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Geburt. Wusste sie noch nichts von der Schwangerschaft, kannst du es bis zu zwei Wochen nach einer Kündigung nachholen.
Du meldest sie spätestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich an. Während der Elternzeit darfst du bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten. In Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten hast du unter bestimmten Voraussetzungen sogar Anspruch auf diese Teilzeit.
Du hast Anspruch auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz, nicht unbedingt auf genau deinen alten. Wirst du benachteiligt, schreib alles mit, denn Ansprüche nach dem Gleichbehandlungsgesetz musst du innerhalb von zwei Monaten geltend machen.
Einen gesetzlichen Mutterschutz wie für Angestellte gibt es für dich bisher nicht, er ist erst angekündigt. Mutterschaftsgeld bekommst du als gesetzlich Versicherte nur, wenn du Krankengeld mitversichert hast. Privat zahlt das Krankentagegeld nur, wenn der Vertrag schon mindestens acht Monate vor der Geburt bestand, das musst du also vor der Schwangerschaft regeln.
Die Rechtsform bestimmt, wie viel du privat haftest und wie viel Steuern du zahlst, auch bei einem späteren Verkauf. Besprich sie mit einer Anwältin und einer Steuerberaterin.
Testest du eine Idee nebenbei oder gründest allein, reicht oft ein Einzelunternehmen oder die Freiberuflichkeit. Das ist einfach und günstig, du haftest aber mit deinem Privatvermögen. Gründet ihr zu zweit ohne Vertrag, seid ihr automatisch eine GbR und haftet beide privat, auch für Fehler der anderen. Willst du die Haftung begrenzen, ist die GmbH der Standard: 25.000 € Stammkapital, mindestens die Hälfte zahlst du bei der Gründung ein.
Die UG lässt sich mit sehr wenig Kapital gründen, hat aber Nachteile. Sie muss jedes Jahr ein Viertel ihres Gewinns zurücklegen, bis 25.000 € erreicht sind, und der Zusatz „haftungsbeschränkt“ zeigt Banken, Kundinnen und Investorinnen sofort, dass wenig Kapital da ist. Kannst du das Geld aufbringen, ist die GmbH meist die bessere Wahl.
Willst du wachsen, Investorinnen holen oder eines Tages verkaufen, kann eine Holding-GmbH über deiner GmbH sinnvoll sein, und zwar von Anfang an, denn nachträglich wird es kompliziert. Mehr dazu unter „Du führst seit Jahren ein Unternehmen“.
Vorgeschrieben ist es nicht. Ist der Name aber schon als Marke eingetragen, kann die Inhaberin dich abmahnen, und du musst umbenennen, oft samt Website und Drucksachen. Prüf deshalb vor dem Start, ob er frei ist.
Ob dein Unternehmen rechtlich gut aufgestellt ist, merkst du meist erst bei einem Verkauf, in einer Krise oder bei einer Scheidung.
Das entscheidet vor allem die Struktur. Verkaufst du ein Einzelunternehmen, zahlst du auf den Gewinn deinen persönlichen Steuersatz, Erleichterungen gibt es nur einmal im Leben und erst ab 55. Verkauft deine Holding-GmbH die Anteile an deiner GmbH, sind 95 % des Gewinns steuerfrei, effektiv bleiben rund 1,5 % Steuern. Nimmst du das Geld später privat, wird es noch einmal besteuert.
Dann gilt eine Sperrfrist von sieben Jahren: Verkaufst du in dieser Zeit, wird ein Teil des Vorteils nachträglich besteuert. Die Holding sollte also lange vor dem Verkauf stehen.
Beim Earn-out bekommst du einen Teil des Kaufpreises erst später, abhängig davon, wie das Unternehmen nach dem Verkauf läuft. Versteuert wird er, wenn das Geld fließt. Lass dir vor der Unterschrift durchrechnen, was das für deine Steuer heißt.
Ohne Ehevertrag fließt die Wertsteigerung deines Unternehmens in den Zugewinnausgleich, und das kann bedeuten, dass du sehr viel Geld auszahlen musst. Ein Ehevertrag kann das Betriebsvermögen ausklammern.
Fällst du aus, braucht jemand eine Vollmacht, um weiterzumachen, und eine private Vorsorgevollmacht reicht dafür oft nicht. Wird die GmbH zahlungsunfähig, musst du als Geschäftsführerin spätestens nach drei Wochen Insolvenz anmelden, sonst haftest du persönlich.
Beim Wohnen wird am häufigsten über Mieterhöhungen, Nebenkosten und Kündigungen gestritten.
Sie darf höchstens bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete steigen und innerhalb von drei Jahren um höchstens 20 %. In vielen Städten liegt die Grenze bei 15 %.
Das musst du nicht. Die Abrechnung muss spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums bei dir sein, kommt sie später, musst du in der Regel nichts nachzahlen. Einwände kannst du bis zwölf Monate nach Erhalt erheben.
Deine Vermieterin muss den Bedarf konkret begründen. Je nach Mietdauer hast du drei bis neun Monate Zeit, in Härtefällen kannst du widersprechen. Lass die Kündigung schnell prüfen, ein Mieterverein hilft günstig.
Im Grundbuch steht, wem die Wohnung gehört. Kauft ihr zu zweit, legt die Anteile im Kaufvertrag fest. Und lass den Vertragsentwurf vor dem Notartermin prüfen, denn die Notarin ist neutral und vertritt nicht deine Interessen.
Du überlegst, eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen? Was du zu Finanzierung, Rendite und Risiken wissen solltest, steht unter Vermögensaufbau.
Wer während der Ehe lange in Teilzeit gearbeitet hat, hat nach einer Scheidung oft deutlich weniger Geld und Rente. Einiges davon gleicht das Gesetz aus.
In der Regel müsst ihr ein Jahr getrennt leben. In dieser Zeit kann dir Trennungsunterhalt zustehen.
Unterhalt für dich selbst gibt es meist nur für eine begrenzte Zeit, denn seit 2008 gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung. Unterhalt für die Kinder ist davon unabhängig.
Was während der Ehe an Vermögen dazugekommen ist, wird ausgeglichen, ebenso die Rentenansprüche aus der Ehezeit. Für die Jahre davor und danach zählt nur, was du selbst eingezahlt hast.
Benachteiligt er dich einseitig, hält er oft nicht. Vor allem, wenn du für die Familie auf Einkommen verzichtet hast, prüfen Gerichte besonders genau.
Was sich nach der Trennung steuerlich ändert, steht unter Steuern.
Ohne Trauschein seid ihr rechtlich kaum füreinander abgesichert, egal wie lange ihr zusammen seid.
Ohne Testament erbst du nicht. Und selbst mit Testament zahlst du deutlich mehr Erbschaftsteuer als Eheleute.
Sie gehört der Person, die im Grundbuch steht. Wer wie viel bezahlt hat, spielt dafür erst einmal keine Rolle.
Zunächst hat es nur die Mutter. Das gemeinsame Sorgerecht erklärt ihr beim Jugendamt.
Ohne Ehevertrag lebt ihr in der Zugewinngemeinschaft: Was jede vor der Ehe hatte, bleibt ihres, was danach dazukommt, wird bei einer Scheidung ausgeglichen. Für viele Paare passt das so.
Ein Ehevertrag lohnt sich vor allem, wenn eine von euch ein Unternehmen hat oder gründen will, das Vermögen sehr ungleich ist oder eine für die Familie beruflich kürzertreten wird. Dann kann der Vertrag zum Beispiel einen Ausgleich für die Altersvorsorge festhalten.
Ein Ehevertrag muss notariell beurkundet werden, und die Notarin berät euch beide neutral. Willst du wissen, was der Vertrag für dich bedeutet, frag einige Wochen vor dem Termin eine eigene Anwältin.
Bist du länger krank, laufen Fristen bei deiner Arbeitgeberin und bei der Krankenkasse. Wer sie kennt, verliert weder Geld noch den Job.
Sag deiner Arbeitgeberin sofort Bescheid, am besten vor Arbeitsbeginn. Dauert es länger als drei Kalendertage, brauchst du spätestens am folgenden Arbeitstag eine Krankschreibung, deine Arbeitgeberin darf sie auch früher verlangen. Die Praxis übermittelt sie elektronisch, deine Arbeitgeberin ruft sie bei der Krankenkasse ab.
Sechs Wochen lang zahlt deine Arbeitgeberin weiter, wenn du dort schon mindestens vier Wochen arbeitest. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld: 70 % deines Bruttogehalts, höchstens 90 % deines Nettogehalts. Für dieselbe Krankheit gibt es das bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren.
Ja, eine Krankheit schützt nicht vor einer Kündigung. Kündigt dir deine Arbeitgeberin aber wegen der Krankheit, muss sie zeigen, dass du auch künftig oft oder lange ausfällst und der Betrieb darunter erheblich leidet. Wehren kannst du dich auch hier nur innerhalb von drei Wochen.
Warst du innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen krank, am Stück oder zusammengerechnet, muss deine Arbeitgeberin dir ein betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten. Darin klärt ihr, wie du gut zurückkommst. Mitmachen ist freiwillig. Hat sie es nicht angeboten, hat sie es bei einer späteren Kündigung wegen Krankheit vor Gericht deutlich schwerer.
Mit einer stufenweisen Wiedereingliederung, dem Hamburger Modell: Du fängst mit wenigen Stunden an und steigerst dich über einige Wochen. In dieser Zeit bekommst du weiter Krankengeld. Den Plan erstellt deine Ärztin, deine Arbeitgeberin und die Krankenkasse müssen zustimmen.
Fordert dich die Krankenkasse auf, eine Reha zu beantragen, hast du dafür zehn Wochen Zeit, sonst kann das Krankengeld wegfallen. Endet das Krankengeld und du kannst noch nicht arbeiten, bekommst du in vielen Fällen Arbeitslosengeld, auch wenn dein Arbeitsvertrag weiterläuft. Melde dich dafür rechtzeitig bei der Arbeitsagentur.
Was Krankengeld für deine Steuer und deine Absicherung bedeutet, steht unter Steuern und Vermögensaufbau.
Das sind Hinweise zur Orientierung, keine Rechts- oder Steuerberatung. Für deine Situation sprich mit einer Anwältin und einer Steuerberaterin. Alle Angaben gelten für Deutschland. Wir arbeiten daran, das Wissen länderübergreifend aufzusetzen.
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Eine KI erklärt dir einen Vertrag in einfachen Worten, sucht Fristen heraus und hilft dir, das Gespräch mit deiner Anwältin vorzubereiten. Das spart Zeit und oft auch Geld.
Verlassen solltest du dich auf die Antwort trotzdem nicht. 2025 hat ein Anwalt beim Amtsgericht Köln einen Schriftsatz eingereicht, in dem die KI Urteile und Fundstellen erfunden hatte. Frag deshalb immer nach dem Paragrafen, lies ihn auf gesetze-im-internet.de nach und prüf, ob die Antwort für Deutschland gilt.
Eheverträge sind in Deutschland erlaubt, aber nicht grenzenlos. Gerichte prüfen, ob ein Vertrag einen Partner offensichtlich einseitig benachteiligt. Besonders geschützt sind der Unterhalt für die Betreuung kleiner Kinder sowie Kranken- und Altersunterhalt.
Wer für die Familie auf den Job verzichtet und im Vertrag trotzdem keinen Ausgleich bekommt, hat gute Chancen, dass der Vertrag ganz oder teilweise unwirksam ist. Auch ein Vertrag, der beim Unterschreiben fair war, kann angepasst werden, wenn das Leben ganz anders gelaufen ist als geplant.
Eine Schwangerschaft beim Unterschreiben macht den Vertrag nicht automatisch unwirksam. Der Bundesgerichtshof sieht darin aber ein Zeichen für eine schwächere Verhandlungsposition und prüft dann besonders streng (BGH, Beschluss vom 18.03.2009, XII ZB 94/06).
Das sind Hinweise zur Orientierung, keine Rechts- oder Steuerberatung. Für deine Situation sprich mit einer Anwältin und einer Steuerberaterin. Alle Angaben gelten für Deutschland. Wir arbeiten daran, das Wissen länderübergreifend aufzusetzen.
Eine Frau, die ich kenne, wurde nach 40 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen. Sie war all die Jahre zu Hause bei den Kindern, er hat gearbeitet. Vor der Ehe hatte sie einen Ehevertrag unterschrieben, der ihr bei einer Trennung nichts ließ. Nach 40 Jahren sollte sie mit nichts gehen.
Was sie nicht wusste: Ein solcher Vertrag hält vor Gericht oft nicht.
30. Oktober 2027, Infinity München. Dort erfährst du auch, wie es mit unserer Wissensplattform weitergeht.