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Auftreten

Wie du für dich einstehst, im Alltag genauso wie im Job: beim Nein-Sagen, beim Reden über deine Erfolge, in Verhandlungen, in Meetings und auf der Bühne.

Zu den Fragen

Mehr Tipps aus der Praxis teilen wir laufend auf Instagram und LinkedIn, bald auch im Podcast. Ausführlichere Formate sind in Arbeit.

Warum diese Themen?

Die Auswahl stützt sich auf Befragungen in Deutschland und auf Studien, die gemessen haben, was in Verhandlungen, im Job und im Alltag tatsächlich passiert.

15 von 100

Punkten schlechter bewerteten Frauen in einer Studie ihre eigene Leistung als Männer mit dem gleichen Ergebnis, und die Lücke blieb, als sie ihr Ergebnis kannten. Wie du deine Arbeit sichtbar machst, steht unter Du sprichst über deine Erfolge.

Exley und Kessler, 2022

5 %

mehr Gehalt bekamen Frauen beim Jobwechsel im Mittel, Männer 10 %. Der Wechsel ist der größte Hebel fürs Gehalt, mehr unter Du wechselst den Job.

Stepstone, 2026

22 %

der Expertinnen und Experten in der Corona-Berichterstattung im deutschen Fernsehen waren 2020 Frauen. In den Schweizer Medien insgesamt lag der Frauenanteil unter den Expert:innen im selben Jahr bei 23 %. Wie du auf die Liste der Redaktionen kommst, steht unter Du willst als Expertin sichtbar werden.

MaLisa Stiftung und Universität Rostock, 2020; Universität Zürich, 2021

Fragen nach Lebenslage

Du verhandelst dein Gehalt

Fast zwei Drittel der Beschäftigten (64 %) fühlen sich im Gehaltsgespräch unwohl (Stepstone, 2025). Mit guter Vorbereitung gehst du sicherer hinein.

Stimmt es, dass Frauen seltener nach mehr Geld fragen?

Nein. In Deutschland fragen Frauen und Männer gleich oft, nämlich 63 % mindestens einmal im Jahr. Der Unterschied liegt beim Ergebnis: 54 % der Frauen bekommen die Erhöhung, 59 % der Männer (Stepstone, 2019). Eine große Studie aus Australien zeigt dasselbe Muster (Artz u. a., 2018).

Warum fühlt sich Fordern trotzdem riskant an?

Weil das Risiko echt ist. In Experimenten wurden Frauen, die für sich selbst verhandelt haben, häufiger als unsympathisch bewertet als Männer mit derselben Forderung. Vorsicht ist also eine verständliche Reaktion, und es gibt Formulierungen, die dieses Risiko abfedern.

Wie begründe ich meine Forderung?

Verbinde sie mit der Zusammenarbeit. In einer Studie halfen Frauen zwei Sätze, mehr zu bekommen und trotzdem sympathisch zu wirken: dass ihre Führungskraft ihnen geraten hat, das Thema anzusprechen, und dass gutes Verhandeln eine Fähigkeit ist, die sie in den Job einbringen. Nenn dazu eine konkrete Zahl und begründe sie mit deinen Ergebnissen und dem Markt.

Bringt Vorbereitung etwas, wenn das Problem in der Struktur liegt?

Ja. Eine Auswertung von 51 Studien zeigt: Kennen Frauen den Spielraum, verschwindet ihr Nachteil (Mazei u. a., 2015).

Was du jetzt tun kannst

  1. Sammle deine Ergebnisse in Zahlen und leite daraus und aus dem Markt eine konkrete Forderung ab.
  2. Leg dir einen Satz zurecht, der deine Forderung mit der Zusammenarbeit verbindet.
  3. Übe das Gespräch laut, bis du dich darin sicher fühlst.

Ob du erfahren darfst, was Kolleg:innen verdienen, steht unter Recht.

Du sprichst über deine Erfolge

Ob im Jahresgespräch, in der Bewerbung oder beim Netzwerken: Wer die eigene Arbeit nicht sichtbar macht, wird leicht übersehen.

Warum fällt es mir schwer, meine Leistung gut darzustellen?

Damit bist du nicht allein, und es liegt nicht daran, dass du deine Leistung nicht kennst. In einer großen Studie bewerteten Frauen ihre Leistung deutlich schlechter als Männer mit dem gleichen Ergebnis, auch dann noch, als sie ihr Ergebnis kannten. Viele haben früh gelernt, dass Bescheidenheit bei Frauen besser ankommt, und dieses Muster wirkt nach.

Wie spreche ich über Erfolge, ohne anzugeben?

Bleib bei den Fakten: was du gemacht hast, was dabei herausgekommen ist und woran man das sieht, etwa an einer Zahl, einer Rückmeldung von Kundinnen oder einer gehaltenen Frist. Sag „ich“, wenn du es warst, und „wir“, wenn es das Team war. Eine sachliche Beschreibung wirkt nicht angeberisch, sie macht es anderen leicht, deine Arbeit einzuordnen.

Wie behalte ich den Überblick über meine Erfolge?

Führ eine einfache Liste, in die du jede Woche einträgst, was gut gelaufen ist, mit Datum und Ergebnis. Vor dem Jahresgespräch, einer Bewerbung oder einer Gehaltsverhandlung hast du dann alles beisammen und musst nicht aus dem Gedächtnis schöpfen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Leg eine Erfolgsliste an und trag diese Woche drei Dinge ein, die gut gelaufen sind.
  2. Schreib zu jedem Punkt dazu, woran man das Ergebnis sieht.
  3. Nimm die Liste mit ins nächste Jahresgespräch.

Wie du daraus eine Gehaltsforderung machst, steht unter Du verhandelst dein Gehalt.

Du sagst Nein

Viele Aufgaben im Job sind wichtig, zählen bei der Beförderung aber kaum, etwa Protokolle, die Weihnachtsfeier oder das Einarbeiten neuer Kolleginnen.

Warum landen solche Aufgaben so oft bei mir?

Das ist kein Zufall. In Experimenten der Ökonominnen Linda Babcock und Lise Vesterlund meldeten sich Frauen häufiger freiwillig für solche Aufgaben, und sie wurden auch häufiger darum gebeten, von Männern wie von Frauen. Es liegt also an Erwartungen und nicht an dir.

Wie sage ich Nein, ohne die Beziehung zu belasten?

Bedank dich für die Anfrage, sag klar ab und nenn kurz den Grund, etwa ein Projekt, das gerade Vorrang hat. Wenn du helfen willst, biete eine kleinere Alternative an, zum Beispiel eine Vorlage statt der ganzen Organisation. Ein freundliches, klares Nein kommt meistens besser an als ein zögerliches Ja, das du später zurücknimmst.

Was mache ich, wenn meine Chefin mich fragt?

Frag nach, was dafür liegen bleiben soll. Dann entscheidet sie, was Vorrang hat, und du musst die Zusatzaufgabe nicht neben allem anderen erledigen. Schlag außerdem vor, dass solche Aufgaben im Team reihum gehen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schreib auf, welche Zusatzaufgaben du gerade übernimmst und welche davon für deine Entwicklung zählen.
  2. Sag beim nächsten Mal freundlich Nein oder biete eine kleinere Alternative an.
  3. Fragt deine Chefin, frag zurück, was dafür liegen bleiben soll, und schlag vor, solche Aufgaben reihum zu verteilen.

Du sprichst in Meetings

Wer wie viel redet, hängt stark an den Spielregeln. In einer Studie mit 94 Gruppen verschwand der Unterschied bei der Redezeit, sobald alle einer Entscheidung zustimmen mussten (Karpowitz u. a., 2012).

Liegt es an mir, dass ich weniger Redezeit bekomme?

Nein. Beim Deutschen Geographentag 2019 hielten Männer 61 % der Redezeit in den Diskussionen, obwohl fast die Hälfte der Vortragenden Frauen waren (Aufenvenne u. a., 2021). Solche Muster entstehen aus der Situation, nicht aus deiner Persönlichkeit.

Was hilft, wenn ich unterbrochen werde?

Sprich weiter und benenn es ruhig, etwa mit „Ich mache den Gedanken kurz fertig.“ Leitest du das Meeting, setz Spielregeln: eine Runde, in der alle sprechen, bevor diskutiert wird.

Lohnt sich die erste Wortmeldung?

Ja. In wissenschaftlichen Seminaren stellten Frauen danach weniger Fragen, wenn ein Mann die erste Frage gestellt hatte. Wer früh spricht, verändert, wer danach spricht, auch für andere Frauen im Raum.

Was du jetzt tun kannst

  1. Bereite für dein nächstes Meeting eine Wortmeldung für die ersten Minuten vor.
  2. Leg dir einen Satz für Unterbrechungen zurecht.
  3. Schlag eine Runde vor, in der alle sprechen, bevor diskutiert wird.

Du reagierst auf Abwertung und blöde Sprüche

Ein Witz über dein Aussehen, ein „Das verstehst du nicht“ oder eine Bemerkung vor allen anderen: Darauf musst du nicht schlagfertig antworten, aber du darfst reagieren.

Wie reagiere ich auf einen abwertenden Spruch?

Benenne ruhig, was passiert ist, und bleib bei der Sache, zum Beispiel mit „Das finde ich nicht passend. Zurück zum Thema.“ Du musst dich weder rechtfertigen noch mit einem Gegenwitz kontern. Eine kurze, ruhige Antwort zeigt allen im Raum, dass du den Spruch bemerkt hast und das Gespräch weiterführst.

Und wenn ich im Moment nichts sage?

Das ist in Ordnung. Du kannst das Gespräch später unter vier Augen suchen und sagen, was dich gestört hat und was du dir künftig wünschst. Notier dir Datum, Situation und Wortlaut, vor allem wenn so etwas öfter vorkommt.

Was gilt, wenn es sexuelle Belästigung ist?

Sexuelle Belästigung im Job ist nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verboten. Du kannst dich bei deiner Arbeitgeberin beschweren, und sie muss dich schützen, auch wenn die Belästigung von Kundinnen, Kunden oder Patientinnen ausgeht. Das betrifft viele: In einer Studie hatten 13 % der erwerbstätigen Frauen in den drei Jahren davor sexuelle Belästigung im Job erlebt, mehr als die Hälfte davon durch Kundschaft oder andere Dritte (Antidiskriminierungsstelle des Bundes, 2019). Kostenlos beraten lässt du dich bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Was du jetzt tun kannst

  1. Leg dir einen ruhigen Satz zurecht, mit dem du einen Spruch benennst und zum Thema zurückkehrst.
  2. Hast du im Moment nichts gesagt, such später das Gespräch unter vier Augen.
  3. Notier Datum, Situation und Wortlaut. Bei sexueller Belästigung beschwer dich bei deiner Arbeitgeberin oder lass dich bei der Antidiskriminierungsstelle beraten.

Du stehst im Alltag für dich ein

In der Werkstatt, beim Vermieter, bei der Bank oder in der Arztpraxis entscheidet dein Auftreten oft mit, was du bekommst.

Bekomme ich andere Preise als Männer?

Manchmal. In einem Test in den USA nannten Autowerkstätten Frauen höhere Preise als Männern, wenn sie sagten, dass sie den üblichen Preis nicht kennen. Nannten sie einen realistischen Preis, verschwand der Unterschied. Und baten Frauen um einen Nachlass, bekamen sie ihn sogar häufiger als Männer.

Wie bereite ich mich auf so ein Gespräch vor?

Informier dich vorher über den üblichen Preis oder deine Rechte, etwa über Vergleichsportale, die Verbraucherzentrale oder deinen Mietvertrag. Sag im Gespräch, was du weißt, und frag nach einem Nachlass oder einer schriftlichen Bestätigung. Wer zeigt, dass sie sich auskennt, wird anders behandelt.

Was mache ich, wenn ich in der Arztpraxis nicht ernst genommen werde?

Schreib dir vorher auf, welche Beschwerden du seit wann hast und was du fragen willst, und nimm die Liste mit. Bitte darum, dass deine Beschwerden dokumentiert werden, und frag nach, warum eine Untersuchung nicht nötig ist. Du kannst dir jederzeit eine zweite Meinung bei einer anderen Ärztin holen und eine Begleitperson mitbringen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Informier dich vor dem nächsten Gespräch mit Werkstatt, Bank oder Vermieter über den üblichen Preis oder deine Rechte.
  2. Sag im Gespräch, was du weißt, und frag nach einem Nachlass.
  3. Nimm in die Arztpraxis eine Liste mit deinen Beschwerden und Fragen mit.

Du triffst Menschen zum ersten Mal

Auf Events, beim Netzwerken oder im neuen Job entstehen Kontakte, die dir später Türen öffnen.

Wie stelle ich mich vor?

Mit deinem Namen, dem, was du machst, und einem Satz dazu, woran du gerade arbeitest oder was dich interessiert. Das gibt deinem Gegenüber einen Anknüpfungspunkt. Üb die zwei, drei Sätze vorher laut, dann kommen sie auch im Gedränge flüssig.

Wie komme ich ins Gespräch, wenn ich niemanden kenne?

Stell dich zu Menschen, die allein stehen, oder zu einer offenen Gruppe, und frag nach etwas, das ihr gerade gemeinsam erlebt, zum Beispiel nach dem letzten Vortrag. Gute Fragen bringen dich weiter als kluge Sätze. Frag am Ende, ob ihr in Kontakt bleiben wollt, und notier dir, worüber ihr gesprochen habt.

Ist es berechnend, Kontakte für den Job zu nutzen?

Viele Frauen empfinden das so, das zeigt eine Interviewstudie mit Führungsfrauen aus großen Unternehmen. Netzwerke beruhen aber auf Gegenseitigkeit. Du darfst um Rat oder eine Empfehlung bitten und hilfst anderen umgekehrt genauso, und wer nie fragt, nimmt anderen die Chance, zu helfen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Formulier zwei, drei Sätze, mit denen du dich vorstellst, und üb sie laut.
  2. Sprich beim nächsten Event zuerst Menschen an, die allein stehen, und frag nach dem gemeinsamen Erlebnis.
  3. Bitte diese Woche eine Person aus deinem Netzwerk um Rat oder eine Empfehlung.

Passende Netzwerke findest du unter Netzwerke.

Du wechselst den Job

Beim Jobwechsel wird dein Gehalt neu verhandelt. Das ist deine Chance auf einen größeren Sprung als bei einer Erhöhung im bestehenden Job.

Woher weiß ich, was die Stelle wert ist?

Nur jede achte Stellenanzeige in Deutschland nennt ein Gehalt (Indeed Hiring Lab, 2026). Eine erste Orientierung gibt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, er zeigt mittlere Gehälter nach Beruf, Region, Alter und Geschlecht. Frag im Gespräch außerdem nach der Spanne, die für die Stelle vorgesehen ist.

Macht es einen Unterschied, ob klar ist, dass verhandelt werden darf?

Einen großen. In einem Experiment mit rund 2.500 Bewerbenden verschwand der Unterschied zwischen Frauen und Männern, sobald in der Anzeige stand, dass das Gehalt verhandelbar ist (Leibbrandt und List, 2015). Diese Klarheit kannst du selbst schaffen, indem du fragst, welchen Spielraum es für die Position gibt.

Muss ich mein bisheriges Gehalt nennen?

Die Frage ist in Deutschland bisher nicht ausdrücklich verboten, die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz soll das ändern, ist aber noch nicht umgesetzt. Du kannst die Frage auf deine Vorstellung für die neue Rolle lenken. Die richtet sich nach der Stelle und dem Markt, nicht nach deinem alten Vertrag.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schlag deinen Beruf und deine Region im Entgeltatlas nach und leite daraus deine Zahl ab.
  2. Frag im Gespräch nach der Gehaltsspanne und dem Spielraum.
  3. Bereite einen Satz vor, mit dem du von deinem bisherigen Gehalt auf deine Vorstellung für die neue Rolle lenkst.

Am She Owns Day kannst du in der Corporate Lounge direkt mit Unternehmen sprechen, die einstellen.

Du bist selbstständig und verhandelst Preise

Gut vier von zehn Solo-Selbstständigen sind Frauen (WSI, 2025). Zu niedrige Preise sind dabei kein Einzelfall, sondern ein Muster des ganzen Marktes.

Bin ich mit niedrigen Preisen die Ausnahme?

Nein. In einer Umfrage unter mehr als 3.600 Solo-Selbstständigen lag mehr als jeder dritte Auftrag unter der Honorarempfehlung des jeweiligen Berufs, nur 7 % darüber (Haus der Selbstständigen, 2022).

Was bringt es mir, Referenzpreise zu kennen?

Sehr viel. Wer den Spielraum kennt, verhandelt nachweislich besser, Frauen schneiden dann sogar besser ab als Männer. Deine Referenz sind die Honorarempfehlungen deines Berufsverbands oder eine Gebührenordnung.

Für andere verhandle ich leichter als für mich. Kann ich das nutzen?

Ja, das ist gut belegt: Verhandeln Frauen für andere, erzielen sie bessere Ergebnisse. Als Unternehmerin verhandelst du für dein Unternehmen, dein Team und die Qualität, die deine Kundinnen bekommen. Das ist keine Ausrede, sondern genau das, was du tust.

Wann erhöhe ich meine Preise?

Plan es fest ein, statt auf den richtigen Moment zu warten. Kündige die Erhöhung mit Datum und Begründung an, zum Beispiel gestiegene Kosten oder ein erweitertes Angebot. So können deine Kundinnen planen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Such die Honorarempfehlung deines Berufsverbands heraus und vergleich sie mit deinem Satz.
  2. Schreib dein nächstes Angebot aus Sicht deines Unternehmens, zum Beispiel „Für dieses Ergebnis kalkulieren wir …“.
  3. Leg ein Datum für deine nächste Preiserhöhung fest und kündige sie mit Begründung an.

Wie du einen Preis rechnest, von dem du leben kannst, steht unter Gründung.

Du willst als Expertin sichtbar werden

Expertinnen gibt es genug. Gefragt wird aber, wen Redaktionen unter Zeitdruck schon kennen.

Wie komme ich auf die Liste der Redaktionen?

Indem du auffindbar bist, bevor die Anfrage kommt. Trag dich in Expertinnen-Datenbanken ein, etwa bei speakerinnen.org, und sag in einem Satz, wofür genau du zitierfähig bist. Redaktionen suchen nach Themen, nicht nach Lebensläufen.

Bringt LinkedIn wirklich etwas?

Ja, wenn du gefunden wirst. Profile von Frauen werden in den Suchen von Recruiterinnen und Recruitern 13 % seltener angeklickt als die von Männern (LinkedIn, 2019). Eine klare Fachbezeichnung in der Überschrift und regelmäßige eigene Beiträge zu einem Thema machen dich auffindbar.

Wie bereite ich mich auf ein Interview vor?

Leg dir zwei oder drei Kernaussagen fest, die du unabhängig von der Frage unterbringst. Redaktionen zitieren kurze, klare Sätze, und wer einmal gut zitierbar war, wird wieder angefragt.

Was du jetzt tun kannst

  1. Formulier einen Satz, wofür du als Expertin zitierfähig bist, und setz ihn in deine LinkedIn-Überschrift.
  2. Trag dich in eine Expertinnen-Datenbank ein, etwa bei speakerinnen.org.
  3. Schreib vor jedem Interview zwei oder drei Kernaussagen auf.

Du stehst auf einer Bühne

Auf großen deutschen Tech-Konferenzen waren 2019 knapp drei von zehn Speakern Frauen (Berlin School of Business and Innovation, 2020). Bühnenplätze werden über Netzwerke und Sichtbarkeit vergeben.

Wie komme ich überhaupt auf eine Bühne?

Veranstalter suchen oft kurzfristig, und gefragt wird, wer mit Thema und Kurzbiografie auffindbar ist. Speakerinnen.org hilft dabei und zeigt außerdem, welche Events kaum Frauen einladen.

Was bringt mir die Fragerunde nach dem Vortrag?

Mehr, als du denkst. Nach Vorträgen von Frauen beteiligen sich auch mehr Frauen an der Diskussion, und stellt eine Frau die erste Frage, melden sich danach mehr Frauen. Rufst du die erste Frage selbst auf, prägst du die ganze Runde.

Was du jetzt tun kannst

  1. Schreib ein Vortragsthema und eine Kurzbiografie in drei Sätzen und mach beides auffindbar.
  2. Ruf bei deinem nächsten Vortrag die erste Frage aus dem Publikum gezielt auf.

Du kommst aus der Elternzeit zurück

Mütter planen im Schnitt fast 15 Monate Elterngeld, Väter knapp vier (Statistisches Bundesamt, 2026). Das Gespräch über die Rückkehr ist deshalb meistens eins, das Frauen führen.

Kann ich in Teilzeit zurückkommen und später wieder aufstocken?

In Betrieben mit mehr als 45 Beschäftigten kannst du eine Brückenteilzeit beantragen: Du reduzierst für ein bis fünf Jahre und kehrst danach zu deiner alten Stundenzahl zurück. Reduzierst du ohne Brückenteilzeit unbefristet, hast du später keinen Anspruch darauf, wieder aufzustocken.

Was bespreche ich im Rückkehrgespräch?

Kläre Aufgaben, Stunden und Gehalt, bevor du zurückkommst, und halte alles schriftlich fest. Frag auch, welche Gehaltserhöhungen es im Team während deiner Abwesenheit gab, damit du weißt, worüber du verhandelst.

Was du jetzt tun kannst

  1. Prüf, ob dein Betrieb mehr als 45 Beschäftigte hat, und beantrag eine Reduzierung als Brückenteilzeit.
  2. Frag schriftlich nach den Gehaltserhöhungen während deiner Elternzeit.
  3. Halte Aufgaben, Stunden und Gehalt nach dem Gespräch schriftlich fest.

Welche Rechte du rund um Elternzeit und Kündigungsschutz hast, steht unter Recht.

Du willst aufsteigen

Frauen fragen genauso oft nach einer Beförderung wie Männer. Was fehlt, ist oft konkretes Feedback, mit dem sich die nächste Stufe begründen lässt.

Mein Feedback ist immer gut, aber ich komme nicht weiter. Warum?

Frauen bekommen in Beurteilungen seltener konkrete Rückmeldungen zu ihren Ergebnissen, sowohl beim Lob als auch bei dem, was noch fehlt. Mit „Du machst das toll“ kommst du in der Beförderungsrunde nicht weit. Frag deshalb gezielt, welche zwei Ergebnisse dir für die nächste Stufe fehlen.

Wie verhandle ich für mein Team?

Mit gutem Gefühl, denn für andere verhandeln Frauen nachweislich besonders erfolgreich. Budget, Stellen und Gehälter für dein Team sind genau so eine Situation, und dieselbe Vorbereitung hilft dir auch für deine eigene Position.

Was du jetzt tun kannst

  1. Frag deine Führungskraft, welche zwei Ergebnisse dir für die nächste Stufe fehlen.
  2. Bring zum Gespräch über die Beförderung deine Ergebnisse in Zahlen mit.

Das sind Hinweise zur Orientierung. Bei Fragen zu Arbeitsvertrag, Elternzeit oder Brückenteilzeit sprich mit einer Fachanwältin für Arbeitsrecht. Alle Angaben gelten für Deutschland, Stand Oktober 2026. Wir arbeiten daran, das Wissen länderübergreifend aufzusetzen.

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Verhandlungen mit KI üben

Eine KI ist eine gute Sparringspartnerin. Du kannst mit ihr eine Gehaltsverhandlung als Rollenspiel durchspielen, Einwände üben, eine Rede laut proben und dir Rückmeldung zu Aufbau und Klarheit deiner Präsentation holen.

Bei Zahlen musst du aufpassen. Forschende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt haben Sprachmodelle um Gehaltstipps für Frauen und Männer mit gleichem Profil gebeten. Den Frauen rieten die Modelle meist zu niedrigeren Forderungen (Sorokovikova u. a., 2025). Die KI übernimmt Verzerrungen aus den Texten, mit denen sie gelernt hat. Übernimm deshalb keine Gehalts- oder Preiszahl ohne Quelle und prüf sie zum Beispiel am Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Wie du KI-Antworten prüfst

Das Wissen

Was du wissen solltest

  • Frauen fragen genauso oft nach mehr Gehalt wie Männer, bekommen es aber seltener (Artz u. a., 2018).
  • Frauen, die fordernd verhandeln, werden oft negativer bewertet als Männer mit derselben Forderung (Bowles u. a., 2007). Es hilft, die Forderung zu begründen und mit dem Nutzen für das Gegenüber zu verbinden.
  • In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten hast du in Deutschland einen Anspruch auf Auskunft über das Vergleichsentgelt (Entgelttransparenzgesetz).

Womit du anfängst

  1. Sammle deine Ergebnisse in Zahlen, laufend und nicht erst vor dem Gespräch.
  2. Recherchiere, was deine Rolle am Markt wert ist.
  3. Nenne als Erste eine konkrete Zahl und begründe sie.
  4. Überleg dir vorher, was du annimmst, wenn es beim Geld nicht reicht: Weiterbildung, Titel, Verantwortung, Homeoffice.

Das sind Hinweise zur Orientierung. Bei Fragen zu Arbeitsvertrag, Elternzeit oder Brückenteilzeit sprich mit einer Fachanwältin für Arbeitsrecht. Alle Angaben gelten für Deutschland, Stand Oktober 2026. Wir arbeiten daran, das Wissen länderübergreifend aufzusetzen.

Beispiel

Eine Projektleiterin in einem Münchner Konzern erfährt nebenbei, dass ein Kollege mit derselben Aufgabe deutlich mehr verdient. Statt wütend ins Gespräch zu gehen, bereitet sie sich vor. Sie fragt über den Auskunftsanspruch nach dem Entgelttransparenzgesetz ab, was Kollegen in vergleichbarer Position verdienen, und schreibt ihre Ergebnisse der letzten zwei Jahre in Zahlen auf.

Im Gespräch nennt sie zuerst eine konkrete Summe, hält die Stille danach aus und hat einen Plan B. Sie geht mit 14 % mehr Gehalt und der Leitung eines neuen Projekts raus.

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